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US-Behörde verklagt 13 Banken im Libor-Skandal

Wegen Zinsmanipulation musste die UBS vor kurzem schon eine Milliardenbusse bezahlen – jetzt droht der Schweizer Grossbank neuer Ärger. Eine US-Behörde erhebt Anklage gegen insgesamt 13 Banken.

Muss mit einer erneuten Strafe rechnen: Die UBS, hier die Unternehmensfiliale in London.
Muss mit einer erneuten Strafe rechnen: Die UBS, hier die Unternehmensfiliale in London.
Keystone

Zahlreiche US-Banken sehen sich wegen umstrittener Hypotheken-Geschäfte erneut mit Klagen konfrontiert. Die Regulierungsbehörde National Credit Union Administration (NCUA) reichte wegen des Verkaufs von Wertpapieren im Volumen von rund 2,4 Milliarden Dollar an zwei in der Finanzkrise zusammengebrochene Genossenschaftsbanken Anklage gegen Morgan Stanley sowie acht weitere Institute ein.

Insidern zufolge will die Regierung in Washington auch der grössten US-Bank JPMorgan Chase wegen Hypotheken-Geschäften den Prozess machen. Das Justizministerium bereite eine Klageschrift vor, die bereits am Gericht eingereicht werden könnte, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

JPMorgan wird vorgeworfen, bei der Ausgabe von hypothekenbesicherten Wertpapieren (MBS) zwischen 2005 bis 2007 Vorschriften verletzt zu haben. Ein Sprecher der Bank lehnte eine Stellungnahme ebenso ab wie eine Sprecherin des US-Justizministeriums.

Bank of America von US-Regierung bereits angeklagt

Im vergangenen Monat hatte die Regierung von Präsident Barack Obama bereits die Bank of America wegen Betrugs verklagt. Der – gemessen an ihrem Eigenkapital – grössten Bank der Welt wird vorgeworfen, problembehaftete Hypotheken teilweise in hochkomplexe Wertpapiere gebündelt dann und verkauft zu haben.

Während die Bank of America daran lange gut verdiente, blieben die Käufer nach dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes 2007 auf Verlusten sitzen. Die Bank hat in diesem Zusammenhang bereits zahlreiche kostspielige Vergleiche geschlossen.

Die NCUA geht neben der Investmentbank Morgan Stanley auch gegen die zu JPMorgan gehörende Bank Bear Stearns, Royal Bank of Scotland (RBS), Goldman Sachs, die Wells-Fargo-Tochter Wachovia, Ally Securities sowie die Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse vor.

Ihnen werden fehlerhafte Verkaufsunterlagen zur Last gelegt. Die Geschäfte seien für die Genossenschaftsbanken Southwest und Members United deutlich riskanter als dargestellt gewesen, hiess es.

Brandbeschleuniger in der Finanzkrise

Riskante Wertpapiere hatten die Finanzkrise ausgelöst. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein. Viele Banken kamen in Schwierigkeiten.

Als die US-Investmentbank Lehman Brothers dann im Herbst 2008 zusammenbrach, vertrauten sich die Institute untereinander nicht mehr - und der gesamte Finanzsektor stand vor dem Kollaps. Zahlreiche Banken mussten mit Steuergeldern aufgefangen werden.

Der in den USA sehr wichtige Häusermarkt kam in den vergangenen Jahren wieder in Schwung. Zuletzt ebbte der grosse Refinanzierungsboom aber ab und steigende Zinsen machten den Hypotheken-Abteilungen der Banken zu schaffen.

Stellenabbau bei US-Grossbanken

JPMorgan, Bank of America und Wells Fargo kündigten deshalb in den vergangenen Wochen bereits den Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen in ihren Kreditabteilungen an.

Am Montag gab die Citigroup bekannt, 1000 Stellen im US-Hypothekenbereich zu streichen, weil die Nachfrage nach neuen Krediten und Refinanzierungen für Eigenheime gesunken sei. Die drittgrösste US-Bank beschäftigt im Hypothekengeschäft 13'000 Mitarbeiter.

SDA/ajk

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