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USA sollen gegen Kantonalbanken ermitteln

Nach einem Bericht der «New York Times» hat das US-Justizdepartement eine Strafuntersuchung eröffnet: Auch die Kantonalbanken sollen reichen Kunden bei Steuerdelikten geholfen haben.

Angeblich besonders betroffen: Die Basler Kantonalbank, hier die Schalterhalle in Basel.
Angeblich besonders betroffen: Die Basler Kantonalbank, hier die Schalterhalle in Basel.

Das US-Justizdepartement hat nach Angaben der «New York Times» eine Strafuntersuchung gegen verschiedene Schweizer Kantonalbanken eingeleitet. Die Ermittler vermuten laut dem Bericht, dass die Banken reichen US-Amerikanern beim Hinterziehen von Steuern geholfen haben sollen. Die Zeitung beruft sich auf zwei Quellen aus Ermittlerkreisen.

Insgesamt sollen bis zu 10 Milliarden Dollar undeklarierter Gelder in der Schweiz lagern. Das US-Justizdepartement wird nach Informationen der Zeitung die Schweiz um die Lieferung der betreffenden Kundendaten ersuchen. Besonders betroffen soll demnach die Basler Kantonalbank sein.

Die Ermittler vermuten laut dem Bericht, dass die Kantonalbanken mithilfe von Banken an der Wallstreet das Geld der Kunden gebündelt haben, damit die individuelle Herkunft nicht mehr ersichtlich sei. Auch US-Banken sind somit Teil der Untersuchung. Diese hat laut dem Bericht bereits im Herbst begonnen.

Die Basler Kantonalbank schreibt in einer Stellungnahme an Redaktion Tamedia, es handle sich hier «um eine rechtliche Angelegenheit einer Drittpartei», welche sie grundsätzlich nicht weiter kommentiere. «Die Basler Kantonalbank ist gemäss heutigem Kenntnisstand nicht von den US-Behörden kontaktiert worden.»

«Eine Landkarte der Banken»

Wie die Zeitung weiter schreibt, würden verschiedene US-amerikanische Kunden die Behörden unterstützen, um eine Verfolgung wegen Steuerdelikten zu vermeiden. Sie würden dabei helfen, «eine Landkarte der Banken, Berater und Zwischenhändler zu zeichnen, die ihnen geholfen haben, ihr Geld zu verstecken», so die NYT.

Eine Untersuchung gegen die UBS wegen Beihilfe zu Steuerdelikten hatte 2009 dazu geführt, dass die UBS 4450 Namen von US-Kunden an die USA lieferte. Die Bank bezahlte ausserdem eine Busse von 780 Millionen Dollar. Die «New York Times» bezeichnet dies als «einen seltenen Riss» im nach wie vor lebendigen Bankgeheimnis.

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