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Unfaire Gewinnspiele: Busse für Migros

Die Aktionen «Mega Win» und «Die Lose sind los!» der Migros verstossen gegen das Lotteriegesetz. Kunden des Detaillisten hatten grössere Chancen zu gewinnen, als andere, urteilt das Statthalteramt Zürich.

Das Statthalteramt Zürich hat die Migros wegen der Gewinnspiele «Mega Win» und «Die Lose sind los!» gebüsst. Es kam zum Schluss, dass Personen, die bei der Migros einkauften, grössere Chancen auf einen Gewinn hatten als solche, die nichts kauften. Der Einkauf wurde folglich zum Glücksspieleinsatz. Dies verstösst jedoch gegen das Lotteriegesetz. Solche Glücksspiele dürfen nur mit einer Bewilligung durchgeführt werden.

Die Migros hat die Bussen akzeptiert. Der Strafbefehl sei rechtskräftig, bestätigte das Statthalteramt eine Meldung der Sendung «Espresso» von Radio SRF 1. Strafanzeige erstattet hatte im vergangenen November die Lotterie- und Wettmarkt-Aufsichtsbehörde Comlot.

Keine Chancengleichheit

Wie Hansjost Zemp vom Statthalteramt gegenüber der Nachrichtenagentur SDA weiter ausführte, war die Teilnahme beim «Mega Win»-Gewinnspiel zwar «grundsätzlich kostenlos möglich, aber nicht chancengleich».

Die Teilnahme war pro Einkauf auf maximal 10 Stickersets oder 40 Aufkleber beschränkt, aber nicht pro Person und Tag. Die Gratisteilnahme­möglichkeit dagegen war beschränkt pro Person und Tag auf 3 Stickersets oder 12 Aufkleber.

Zum Kauf anregen

Im Vergleich zur kostenlosen Teilnahmeform konnte sich ein Käufer mit unbeschränktem Budget durch weitere Einkäufe unbeschränkt viele Sticker-Sets beschaffen. Dadurch hatte dieser gemäss Statthalteramt höhere Gewinnchancen als der, der gratis am Gewinnspiel teilnahm. Ähnlich sieht die Argumentation auch beim Gewinnspiel «Die Lose sind los!» aus.

Bei beiden Gewinnspielen war laut Zemp nicht zu übersehen, dass die Veranstaltungen «vorab Geschäftszwecken dienten, um durch sehr attraktive Preise zum Kaufen von Migrosprodukten zu veranlassen».

Das Verschulden wurde im Fall «Mega Win» als «mittelschwer», im Fall «Die Lose sind los!» als «nicht mehr als leicht» beurteilt. In beiden Fällen hat das Statthalteramt Bussen in vierstelliger Höhe ausgesprochen.

SDA/wid

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