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Nach Ticket-Chaos: Flims-Laax-Chef lädt zum Sorry-Drink

Ein Softwareproblem hat die Ticket-Server zahlreicher Schweizer Bergbahnen am Wochenende ausser Gefecht gesetzt. Dafür gibt's jetzt einen Versöhnungsdrink.

Sven Hoti
Warten auf den Schneespass: Zahlreiche Gäste standen am Wochenende bis zu einer Stunde an, um auf die Piste zu kommen. Bild: Twitter
Warten auf den Schneespass: Zahlreiche Gäste standen am Wochenende bis zu einer Stunde an, um auf die Piste zu kommen. Bild: Twitter

Wegen IT-Problemen mussten Tausende Gäste im Mega-Skigebiet Flims-Laax bis zu einer Stunde Schlange stehen. Online gekaufte Tickets wurden am Drehkreuz nicht erkannt, was dazu führte, dass die Besucher an der Kasse lange anstehen mussten.

In der Zwischenzeit lädt der Laax-CEO, Reto Gurtner, höchstpersönlich per Push-Nachricht in der Inside-Laax-App zum gemeinsamen Stelldichein. «Reto Gurtner lädt dich und die gesamte Inside-Laax-Community auf einen Shutdown-Drink ein. Stosse mit uns heute von 14.30 bis 17 Uhr vor dem Casa Veglia in Laax und vor dem Ella in Flims auf ein 2020 ohne Remmidemmi auf der Datenautobahn an.»

Auf's neue Jahr: Einladung zum Stelldichein mit dem Laax-CEO Reto Gurtner. Bild: Leserfoto
Auf's neue Jahr: Einladung zum Stelldichein mit dem Laax-CEO Reto Gurtner. Bild: Leserfoto

Der «wohl grösste Shutdown des Jahrzehnts» habe alle beschäftigt in den letzten Tagen, heisst es in der Mitteilung der App. Man sei daran, möglichst schnell einen störungsfreien Betrieb sicherzustellen. Zusätzlich würde das Unternehmen die betroffenern Nutzer kontaktieren, um die entstandenen Unannehmlichkeiten wieder gut zu machen.

Online-Ticketverkauf in Laax noch offline

Hinter den IT-Problemen beim Online-Ticketing steht der österreichische Ticket-System-Anbieter Axess. Zwischen den Bergbahnen Flims-Laax-Falera und dem Technologieunternehmen herrscht Uneinigkeit darüber, ob das Online-Ticketing zurzeit wieder in Betrieb genommen werden kann. Die Marketing-Chefin von Axess, Claudia Kopetzky, sagt auf Anfrage: «Wir können bestätigen, dass das Problem am Montagabend behoben wurde.» Die Systeme würden wieder stabil laufen.

Die Betreiberin der Bergbahnen, die Weisse Arena Gruppe, kann jedoch noch keine vollständige Entwarnung geben. «Erst wenn die Systeme gesichert, wiederholt und stabil funktionieren und erst wenn der Endkunde, sprich unsere Gäste, wieder online Tickets beziehen können, ist das Problem für uns gelöst», sagt der COO Flavio Battaini. Die Entwarnung käme zu früh, moniert er. «Dass die Probleme bei unserem Anbieter behoben sind, heisst leider noch nicht, dass die Systeme bei uns automatisch auch wieder laufen.» Die durch den Anbieter verursachten Umstände seien komplex und hätten weitreichende Auswirkungen, weshalb die Wiederinbetriebnahme des Online-Ticketings geordnet und schrittweise geschehen müsse. «Daran wird aktuell mit Hochdruck gearbeitet.» Bis wann der Online-Ticketkauf wieder einwandfrei verfügbar sein wird, konnte Battaini auf Anfrage nicht sagen.

In der App «Inside Laax» heisst es, man führe «permanent» Tests durch. Erst wenn diese erfolgreich seien, werden Online-Ticketverkäufe wieder angeboten. «Im Moment verzeichnen wir noch vereinzelt Probleme, die Chancen stehen aber gut.»

Mehrere Schweizer Bergbahnen betroffen

Grund für die Störung sei ein «unvorhergesehenes technisches Problem am zentralen Buchungsserver» gewesen, was zu Schwierigkeiten beim Online-Ticket-Verkauf und dem Erkennen der Skipässe an den Zutritten geführt habe, erklärt Axess-Marketing-Chefin Kopetzky. «Der Ticketkauf an der Kasse des Skigebietes ist und war von diesem technischen Problem nicht betroffen. Ebenso nicht betroffen waren Saisonkarten und bereits gekaufte Mehrtageskarten.» Aktuell arbeite man daran, dass ein solcher Fehler in Zukunft nicht nochmals passiere und die Systeme stabil blieben.

Axess beliefert zahlreiche Bergbahnen in der Schweiz mit Softwarelösungen und Drehkreuztechnik. Wie viele und welche Bergbahnen in der Schweiz von der Störung betroffen waren, wollte Kopetzky aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht bekannt geben. Aus einem Artikel des «Blick» geht jedoch hervor, dass rund 20 Skigebiete in der Schweiz mit dem Unternehmen zusammenarbeiten. Darunter sollen sich Destinationen wie St. Moritz GR, Portes du Soleil VS oder Grindelwald BE befinden. «Über die letzten Tage lag ein technisches Problem bei unserem Software-Anbieter vor», sagte die Mediensprecherin der Jungfraubahnen, Kathrin Naegeli, zur Zeitung. Inzwischen sehe es allerdings wieder gut aus. «Vereinzelt gibt es noch Abfrageprobleme beim Swisspass.» Zudem arbeite Axess noch an der Verbesserung der Performance.

Besucher waren gefrustet

Um den riesigen Gästestrom bestmöglich verteilen zu können, werde der Bahnbetrieb voraussichtlich bis zum 3. Januar bereits um 8 Uhr aufgenommen und die Bergbahnkasse bereits um 7.45 Uhr geöffnet, teilte eine Sprecherin der Medienstelle Laax am Montag auf Anfrage mit. «Wir bedauern die Umstände und Unannehmlichkeiten, welche für die betroffenen Gäste durch diesen Ausfall entstanden sind, sehr», so die Sprecherin.

Auch die Inside Laax-App sorgte in den letzten Tagen für Unmut bei den Besuchern. Fehlerhafte Statistiken und eingeschränkte Performance wurden gerügt. «Liebes #LAAX-Team, bitte testet eure IT-Systeme vor der Hauptsaison!», riet ein Twitter-User.

Auch bei der App sei die IT-Störung beim Ticket-Anbieter verantwortlich. Dessen Ausfall habe zu fehlerhaften Statistiken in der App geführt, heisst es vonseiten der Medienstelle.

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