«Thömu» gibt Chefposten ab

Grenchen/Köniz

Der Berner Velopionier Thomas Binggeli wird vom Chefsessel des Veloherstellers BMC wegbefördert: Er wird Verwaltungsratspräsident und somit Nachfolger von Andy Rihs.

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Stefan Schnyder@schnyderlopez

Andy Rihs reisst den Lenker herum: Der Mehrheitsaktionär des Grenchner Fahrradherstellers BMC und der Young Boys hat sich entschieden, die Führung der Firmengruppe in neue Hände zu übergeben. Der bisherige Chef Thomas Binggeli wird neuer Verwaltungsratspräsident der BMC-Gruppe. In diesem Amt folgt er auf Rihs.

Die Vorgeschichte: Im Jahr 2011 übernahm BMC-Besitzer Andy Rihs die Elektrobike-Marke Stromer von Thomas Binggeli. Binggeli wurde CEO der Gruppe mit Sitz in Grenchen und Teilhaber. Zur Gruppe gehören die Marken BMC, Bergamont und Stromer. Binggelis Bruder Markus führt seither den Mountainbike-Hersteller «Thömus», der im Familienbesitz blieb. Für Rihs war klar: Mit dem damaligen Schritt wollte der 71-Jährige seine Nachfolge beim Velohersteller regeln. «Der Aufbau der Firma soll unabhängig von mir weitergehen», sagte er im Sommer im Interview mit dieser Zeitung.

Selbstkritischer Binggeli

Nun entwickelten sich die Dinge nicht so wie von Rihs erhofft. Der Verlust ist in diesem Jahr offenbar grösser ausgefallen als budgetiert. Zahlen dazu gibt das Unternehmen, das 250 Mitarbeiter beschäftigt, nicht bekannt. Es nennt einzig eine Umsatzzahl von 140 Millionen Franken.

Rihs ist nun zum Schluss gekommen, dass Binggeli nicht mehr der richtige operative Chef ist. Insider sagen, dass die BMC-Gruppe für Binggeli eine Nummer zu gross gewesen sei. Beispielsweise sei die strikte Kostenkontrolle nicht sein Ding gewesen. Binggeli sagt selbstkritisch: «Ich habe mir nie angemasst zu meinen, ich sei in allen Bereichen der Beste. In jeder Phase braucht es die richtige Person am richtigen Ort.» Der Verwaltungsrat glaubt mit Erwin J. Steinmann den richtigen Mann gefunden zu haben. Der «Spezialist für Transformationsprozesse» wird ab Anfang 2014 neuer Chef. «Ich bin überzeugt, dass er uns mit seiner Erfahrung entscheidend weiterbringen wird», so der 40-jährige Binggeli.

Er glaubt, seine Stärken besser als Verwaltungsratspräsident einbringen zu können. «Zum Beispiel bei der Strategieentwicklung oder bei der Pflege der internationalen Kontakte.» Fest steht: Das Unternehmen muss sparen. Auch Entlassungen sind ein Thema. Im Februar sollen die Entscheide fallen.

Berner Zeitung

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