Tesla bestätigt weitere «Autopilot»-Unfälle

Mit Autopilot zu fahren wurde offenbar schon anderen zum Verhängnis. Die genaue Zahl der Fälle ist nicht bekannt.

Vergangene Woche kam es erstmals zu einem tödlichen Unfall mit eingeschaltener Autopilot-Funktion: Innenaustattung eines Model S. (Symbolbild)

Vergangene Woche kam es erstmals zu einem tödlichen Unfall mit eingeschaltener Autopilot-Funktion: Innenaustattung eines Model S. (Symbolbild)

(Bild: AFP Spencer Platt)

Der tödliche Crash mit einem vom Computer gesteuerten Tesla ist nicht der einzige Unfall bei Fahrten mit dem «Autopilot«-System des kalifornischen Elektroauto-Herstellers gewesen.

Tesla bestätigte laut dem «Wall Street Journal» weitere, weniger schwere Unfälle. Die genaue Zahl der Fälle wurde nicht bekannt. Die US-Behörden untersuchen zurzeit erneut einen Verkehrsunfall mit einem Wagen des Elektroautoherstellers Tesla. Laut einer Sprecherin trägt die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA Informationen über einen Unfall eines Tesla-Geländewagens Model X zusammen.

Vergangene Woche war erstmals ein tödlicher Unfall eines Tesla-Elektroautos mit eingeschalteter «Autopilot«-Funktion bekannt geworden. Beim neuen Fall geht es um die Frage, ob der Autopilot zum Unfallzeitpunkt eingeschaltet war oder nicht, wie die Sprecherin der Verkehrssicherheitsbehörde der Nachrichtenagentur AFP sagte.

«Eine Handvoll» weitere Fälle

Eine Tesla-Sprecherin sagte, derzeit sei noch unklar, ob der Autopilot eingeschaltet gewesen sei. Sie sprach davon, dass die Antenne des Autopiloten beim Unfall beschädigt worden sein könnte. Das Unternehmen habe bereits dreimal vergeblich versucht, mit dem Fahrer des Wagens Kontakt aufzunehmen.

Der Autobauer Tesla hat inzwischen weitere weniger schwere Unfälle bei Fahrten mit «Autopilot» bestätigt. Es habe mehrere Unfälle ohne Todesfolge gegeben, sagte ein Sprecher dem «Wall Street Journal». Eine konkrete Zahl wurde nicht genannt. Die Zeitung sprach von «einer Handvoll» Fälle.

Tesla betonte, bei Fahrten mit eingeschaltetem «Autopilot«-System passierten Unfälle seltener als bei komplett manueller Steuerung. Die im Oktober eingeführte Software ist inzwischen in rund 70'000 Fahrzeugen verfügbar. Der «Autopilot» kann unter anderem Tempo, Spur und Abstand halten sowie automatisch bremsen.

Kein selbstfahrendes Fahrzeug

Der kalifornische Elektroauto-Hersteller erklärte zugleich, dass die Funktion einen Tesla nicht zu einem selbstfahrenden Fahrzeug mache. «Autopilot» sei nur ein Fahrassistenzsystem, bei dem die Fahrer stets die Kontrolle über die Verkehrssituation behalten müssten.

Viele Tesla-Fahrer luden jedoch ins Internet Videos hoch, auf denen sie sich bei hohem Tempo mit anderen Dingen beschäftigen oder sogar gar nicht auf dem Fahrersitz sassen. Dem «Wall Street Journal» sagten zwei Tesla-Fahrer, die «Autopilot«-Technik habe stehende Fahrzeuge auf der Fahrbahn nicht erkannt.

Tesla versucht derzeit, sich von einem Nischenanbieter für hochpreisige Elektroautos zu einem Hersteller für breitere Bevölkerungskreise zu entwickeln. Bis 2018 will der Konzern insgesamt 500'000 Autos pro Jahr bauen.

kat/sda

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