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Technologie-Riese Hewlett-Packard spaltet sich auf

Der amerikanische Konzern kommt nicht zur Ruhe: Das Unternehmen wird in zwei Teile getrennt. Auch der schon länger angekündigte Stellenabbau wird verschärft.

ajk
Die Aufspaltung ist eine späte Genugtuung für Manager Leo Apotheker: HP-Logo. (Archivbild)
Die Aufspaltung ist eine späte Genugtuung für Manager Leo Apotheker: HP-Logo. (Archivbild)
AP Photo

Das amerikanische Computer-Urgestein wird in zwei Teile getrennt, der Stellenabbau wird verschärft. In eine Firma kommen Personal Computer und Drucker, wie HP mitteilte. Die künftige HP Inc. werde sich unter anderem auf den zukunftsträchtigen 3D-Druck fokussieren, bei dem dreidimensionale Gegenstände produziert werden. Das Unternehmen solle von Dion Weisler geleitet werden, der heute Vizepräsident in dem Bereich ist.

Die heutige HP-Chefin Meg Whitman soll das abgespaltene Unternehmensgeschäft mit Dienstleistungen und Technik für Unternehmen mit dem Namen Hewlett-Packard Enterprise führen. Beide neuen Firmen werden an der Börse notiert sein. Die Trennung soll bis Ende Oktober 2015 über die Bühne gehen, dafür sollen Anteilseigner neue Aktien erhalten.

HP bestätigte mit der Mitteilung Informationen des «Wall Street Journal». Eine der Quellen der Zeitung erklärte, der Technologiekonzern sehe bessere Aussichten für sein Unternehmensgeschäft als für die PC- und Druckersparte.

Weiterer Stellenabbau

Der PC-Markt war im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent geschrumpft. Auch wenn er sich mittlerweile etwas gefangen hat, gelten Personal Computer nicht als besonders lukratives Geschäft. Unternehmen und Verbraucher greifen lieber zu Smartphones und Tablets. Zudem überholte das chinesische Unternehmen Lenovo HP als weltgrössten PC-Hersteller.

Die Aufspaltung ist daher auch Teil einer seit 2012 laufenden Umstrukturierung. Im Zuge dieser wird nun auch der Stellenabbau verschärft: 2012 gab der Technologieriese bereits den Abbau von 30'000 Stellen bekannt. Damals hatte HP weltweit noch rund 350'000 Mitarbeiter.

Später wurden die Stellenstreichungen auf bis zu 50'000 hochgeschraubt, jetzt sollen es noch einmal 5000 mehr werden - unabhängig von den Spaltungsplänen, wie HP betonte. Ob der Abbau auch Arbeitsplätze an den HP-Standorten Dübendorf ZH, Liebefeld BE und Meyrin GE in der Schweiz betrifft, ist unklar. Vorerst war bei HP Schweiz niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Analysten begrüssen Aufspaltung

An der Börse herrschte indes gute Stimmung. HP-Aktien verteuerten sich im vorbörslichen US-Handel um gut fünf Prozent. Investoren hatten einen Aufspaltung nämlich schon länger gefordert. Der Schritt ist auch eine späte Genugtuung für den deutschen Manager Leo Apotheker. Er hatte dies schon 2011 befürwortet, konnte sich damit aber nicht durchsetzen und wurde nach kurzer Zeit an der Spitze von HP wieder vor die Tür gesetzt.

Das Argument dahinter: Firmen werden danach oft besser geführt, können gezielter auf die Konkurrenz reagieren und sind nicht so abhängig von Zwängen innerhalb eines grossen Konzerns. Anleger könnten nun investieren, ohne Sorge haben zu müssen, dass andere Bereiche den Konzern runterziehen könnten und es zu Quersubventionierungen komme, sagte der frühere HP-Verwaltungsrat Ralph Whitworth, der mit seiner neuen Investmentfirma 1,5 Prozent der HP-Anteile kontrolliert.

Abspaltungen im Trend

Die Analysten der Citibank betonten, HP habe die Kosten bereits radikal gesenkt und so die Bilanz gestärkt. Zudem habe sich das PC-Geschäft stabilisiert, so dass nun ein guter Zeitpunkt für die Aufspaltung sei.

Erst in der vergangenen Woche hatte der US-Onlinehändler Ebay die Abspaltung des Bezahldienstes Paypal verkündet. Auch andere Technologiefirmen und Unternehmen haben in der jüngsten Vergangenheit ihre Aufspaltung beschlossen, um sich besser auf die jeweiligen Geschäftsbereiche fokussieren zu können.

(SDA)

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