Swisscom und Sunrise wetteifern um bestes Netz

Sunrise hat die beste Geschwindigkeit, Swisscom ragt bei der Reaktionszeit des Netzes hervor: Das zeigt der erste Bericht der renommierten Firma Opensignal zu den Schweizer Mobilfunkanbietern.

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Jon Mettler@jonmettler

Mobilfunknutzer wissen, was sie an den Schweizer Netzen von Swisscom, Sunrise und Salt haben: hohe Übertragungsgeschwindigkeiten, guter Empfang und geringe Verzögerung der Signale. Der Schweizer Mobilfunkmarkt hat deshalb die Aufmerksamkeit von Opensignal auf sich gezogen.

Der britische Anbieter der gleichnamigen Geschwindigkeitstest-App sammelt weltweit Telekommunikationsdaten und wertet diese aus. Am Mittwoch veröffentlichte Opensignal den ersten Bericht zur Schweiz. Darin vergleicht das Unternehmen die Leistungsfähigkeit der drei nationalen Mobilfunknetze.

Als erstes nimmt Opensignal die Mobilfunknetze der vierten Generation, auch 4G genannt, genauer unter die Lupe. Bei der Verfügbarkeit teilen sich die Swisscom und Sunrise den ersten Platz mit einem Wert von über 76 Prozent. Das heisst, dass die Kunden dieser Betreiber in drei von vier Versuchen mit dem schnellen 4G-Netz verbunden wurden. Salt, früher Orange, landet mit einer Verfügbarkeit von 70 Prozent auf Rang drei. «Das ist immer noch eine anständige Punktzahl», hält der Bericht fest.

Bei der Geschwindigkeit des 4G-Netzes hängen Sunrise und Salt den Schweizer Marktführer Swisscom aber ab. Opensignal mass bei Sunrise eine durchschnittliche Datenübertragungsrate von 35,5 Megabit pro Sekunde (Mbps), laut Bericht «eine der weltweit schnellsten». Überraschend erreicht die Swisscom mit 20,66 Mbps nur den dritten Platz, während Salt mit 23,26 Mbps Silber holt.

Schweiz ist weltweit top

Der Bericht hält dazu fest, dass «Salt und Swisscom unter keinen Umständen langsam sind». Beide Anbieter lägen deutlich über dem weltweiten Durchschnitt für 4G-Übertragungsgeschwindigkeiten von 17,4 Mbps. «Im internationalen Vergleich profitiert die Schweiz von sehr guten Mobilfunk-Dienstleistungen», sagt Opensignal-Chef Brendan Gill.

Etwas enger sind die Ergebnisse für die Mobilfunknetze der dritten Generation, kurz 3G. Alle drei Netzbetreiber kamen auf Geschwindigkeiten von 5,7 Mbps oder mehr. Der Unterschied von der erstplatzierten Swisscom zum drittplatzierten Salt beträgt lediglich 500 Kilobit pro Sekunde (Kbps). Deshalb verleiht Opensignal in dieser Kategorie Swisscom, Sunrise und Salt gleichsam eine Goldmedaille.

Bei der Gesamtgeschwindigkeit analysierte Opensignal die Verfügbarkeit von 4G und 3G zusammen. Sunrise hebt sich mit einem Durchschnitt von 25,7 Mbps ab. Das sind 8 Mbps schneller als der nächste Konkurrent Salt. Swisscom kommt mit 16,33 Mbps erneut auf Rang drei.

Die Erklärung von Swisscom

Der blaue Riese macht geltend, dass die Vergleiche von Opensignal aufgrund der speziellen Abonnementsstruktur nicht aussagekräftig seien. So verrechnet die Swisscom ihre Tarife nach Übertragungsgeschwindigkeit und nicht nach verbrauchten Datenvolumen. Speedtest-Apps wie Opensignal würden solche Unterschiede nicht erkennen, sagte Swisscom-Sprecher Sepp Huber: «Aus diesem Grund schneidet Swisscom in solchen Studien bei der Geschwindigkeit weniger gut ab.»

Dafür sticht der grösste Schweizer Telecomanbieter bei der Reaktionszeit des Mobilfunksignals hervor. Die Branche spricht hier von Latenz. Diese wird in Tausendstelsekunden angegeben. Die Latenz misst etwa, wie lange es dauert, bis ein Sprachsignal vom Sender zum Empfänger gelangt. Die Swisscom erreicht bei ihrem 4G-Netz eine Latenz von 30,9 Millisekunden und bei 3G 47,4 Millisekunden. Sunrise schafft es bei beiden Standards auf Rang zwei, während Salt Platz drei belegt.

Die Daten für den ersten Schweizer Mobilfunkbericht sammelte Opensignal in der Zeit vom 1. Februar bis zum 30. April 2017. Auf 6114 mobilen Endgeräten stellten Anwender via Opensignal-App ihre Nutzungsinformationen freiwillig zur Verfügung. Das Unternehmen konnte so total 48,8 Millionen Datenpunkte auswerten.

Hier gehts zum Bericht von Opensignal

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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