UBS zahlt guten Kundenberatern ab sofort 10 Prozent mehr Lohn

Die Grossbank zahlt ihren besten Beratern per 1. November mehr Lohn. Eine politisch brisante Entscheidung, nachdem der Staat der UBS mit 68 Milliarden Franken ausgeholfen hat.

Heikler Zeitpunkt: Die UBS steht unter scharfer Beobachtung der Bevölkerung.

Heikler Zeitpunkt: Die UBS steht unter scharfer Beobachtung der Bevölkerung.

(Bild: Keystone)

Die UBS hat die Kundenberater schriftlich informiert, wie die «SonntagsZeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt. Die Bank äussert sich nicht zu dem Beschluss. Die Lohnerhöhung kommt ­politisch zur Unzeit, nachdem der Staat am 16. Oktober 68 Milliarden Franken in die UBS pumpen musste.

Politiker äussern denn auch Unmut. Ueli Leuenberger, Nationalrat und Präsident der Grünen Schweiz, findet die Lohn­erhöhung «schlicht skandalös». Auch Politiker anderer Parteien üben Kritik.

Berater ziehen Kundengelder mit ab

Die UBS befindet sich in einer schwierigen Situation. Abgeworbene Kundenberater ziehen bis zu 30 Prozent der von ihnen betreuten Vermögen mit zum neuen Arbeitgeber. In der Schweiz fliessen deshalb weiter Kundengelder aus der UBS ab.

Der Kantonalbankenverband und die schweizerische Bankiervereinigung haben nun vereinbart, im Interesse des Finanzplatzes die Lage der UBS nicht mehr aktiv auszunutzen. Der Sprecher der Bankiervereinigung, Thomas Sutter, sagt: «Wir sind im Verwaltungsrat zum Schluss gekommen, dass in der gegenwärtigen Situation solche Erfolgsmeldungen nicht mehr zu kommunizieren sind.» Insbesondere sollen aggressive Werbekampagnen nicht mehr geschaltet werden.

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