SRG, Ringier und Swisscom bündeln ihre Werbevermarktung

Eine neue Firma soll künftig die Werbeplätze von SRG, Swisscom und Ringier gemeinsam vermarkten. Damit wollen die Konzerne Google und Facebook die Stirn bieten.

Zieht mit Ringier und Swisscom in Sachen Werbevermarktung an einem Strang: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG).

Zieht mit Ringier und Swisscom in Sachen Werbevermarktung an einem Strang: Die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG).

(Bild: Keystone Walter Bieri)

Der Medienkonzern Ringier, die SRG sowie die Swisscom vermarkten ab 2016 ihre Werbeplätze gemeinsam. Die neue gemeinsame Vermarktungsfirma richte sich an den stark verändernden Bedürfnissen von Werbeauftraggebern aus, heisst es in einem Communiqué.

Mit der Zusammenlegung des Werbeverkaufs rüsten sich die drei Unternehmen nach eigenen Angaben auch gegen die Konkurrenz von Google und Facebook auf dem digitalen Werbemarkt. Während der Telekommunikationskonzern Swisscom neben technologischem Know-how die Vermarktungsrechte von seinen Onlineplattformen und von Swisscom TV einbringt, treten Ringier und die SRG die Vermarktungsrechte ihrer reichweitenstarken Medienangebote ab.

Publisuisse wird integriert

An der neuen Aktiengesellschaft halten die SRG, Ringier und die Swisscom je ein Drittel. Über die finanziellen Details haben die Partner allerdings Stillschweigen vereinbart, wie es im Communiqué heisst. Während Swisscom und Ringier ihre Werbeaktivitäten in die Gesellschaft auslagern, integriert die SRG ihre Vermarktungstochter Publisuisse in das Unternehmen.

Chef der Vermarktungsorganisation, die noch keinen Namen hat, wird der heutige Publisuisse-Chef Martin Schneider. Verwaltungsratspräsident soll Ringier-CEO Marc Walder werden, derweil SRG-Generaldirektor Roger de Weck und Swisscom-Chef Urs Schaeppi im Verwaltungsrat Einsitz nehmen.

Positive Reaktion

Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) begrüsst den Zusammenschluss. Dies sei ein Schritt von marktwirtschaftlicher und medienpolitischer Bedeutung. Marktwirtschaftlich entstehe die Chance, den Abfluss des Schweizer Werbefrankens ins Ausland zu stoppen, schreibt das SSM in seiner Reaktion auf das angekündigte Joint Venture. Dies komme der Wirtschaft und dem Schweizer Journalismus zugute.

Medienpolitisch entstehe eine Kooperation, welche auch das Konzept für andere Verleger sein könnte, heisst es weiter. Mit der SRG und dem Grossverleger Ringier hätten sich zwei bisher unversöhnlich gegenüberstehende Kontrahenten gefunden.

mlr/sda

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