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SR Technics baut über 200 Stellen ab

Wegen des starken Frankens und der ungünstigen Marktbedingungen baut SR Technics in Zürich 200 bis 250 Stellen ab. Dies seien 6 bis 7 Prozent der Gesamtbelegschaft.

pbe
Ein Angestellter von SR Technics arbeitet in Kloten am Triebwerk einer Swiss-Maschine.
Ein Angestellter von SR Technics arbeitet in Kloten am Triebwerk einer Swiss-Maschine.
Keystone

Die Flugzeugwartungsfirma beschäftigt in Zürich 2800 der insgesamt 3500 Angestellten. Da das Unternehmen aus der Schweiz heraus tätig sei, habe der starke Franken die Kosten nach oben getrieben, teilte SR Technics am Donnerstag in einem Communiqué mit. Dagegen seien die Einnahmen gesunken, weil die grosse Mehrheit der Verträge in US-Dollar abgeschlossen würden.

Man habe bereits verschiedene Kostensenkungsmassnahmen umgesetzt, um diese Situation zu überbrücken. SR Technics habe mit Lieferanten und Kunden gesprochen, sagte Sprecherin Karin Freyenmuth der Nachrichtenagentur sda. Zudem seien Reisekosten gesenkt worden. weitere Möglichkeiten würden geprüft: «In so einer Situation lässt man keinen Stein auf dem anderen», sagte Freyenmuth.

Zahl der Entlassungen unklar

Trotz dieser Bemühungen bleibe SR Technics aufgrund der derzeitigen Marktbedingungen keine andere Wahl, als die Zahl der Mitarbeiter in Zürich zu reduzieren. Diese Pläne beträfen rund 200 bis 250 Angestellte.

Wie viele Leute entlassen würden, konnte Freyenmuth noch nicht sagen. Das entsprechende Konsultationsverfahren mit den Gewerkschaften sei eingeleitet und dürfte bis Ende Oktober dauern. «Wir versuchen, intern andere Stellen für die Betroffen zu finden», sagte die Sprecherin.

Gewerkschaft will Kurzarbeit

Die Gewerkschaft VPOD rechnet mit weniger als 200 Entlassungen. Viele Stellen seien bereits nicht mehr besetzt worden, sagte Gewerkschaftssekretär René Zurin. Es sei im Moment aber schwierig abzuschätzen, wie viele Entlassungen es schlussendlich gebe. Ganz verhindern könne man diese nicht, sagte Zurin.

Die Arbeitnehmervertreterin lote derzeit zusammen mit dem Unternehmen aus, wo Kurzarbeit eingeführt werden könnte. «Wir sind dabei, Vorschläge einzubringen», sagte Zurin. Bei den Gesprächen dabei sind neben dem VPOD auch die Personalvertretungen KV-Schweiz und PUSH.

Bedauern bei der Regierung

Der Zürcher Regierungsrat wollte keine Stellung beziehen. Ein Stellenabbau sei immer zu bedauern, sagte eine Sprecherin des Amts für Wirtschaft und Arbeit des Kantons. Die Folgen solcher Entlassungen seien immer schwer abzusehen.

Wie es sich bei den verschiedenen Entlassungswellen der Banken in der Finanzkrise gezeigt habe, würden viele Betroffene noch innerhalb der Kündigungsfrist eine neue Stelle finden. Es gebe daher erfahrungsgemäss wenige Arbeitslose.

Tiefrote Zahlen

Dieser Abbau ist nicht der erste in der Geschichte der einstigen Swissair-Tochter SR Technics. Bereits vor zwei Jahren hatte das Unternehmen in Zürich die Streichung von bis zu 300 Stellen angekündigt.

Die grösste Rosskur führte das Unternehmen, das heute Scheichs aus dem Emirat Abu Dhabi gehört, 2009 in Dublin durch. Der Standort wurde geschlossen, 1135 Mitarbeiter verloren ihren Job. Der 2004 übernommene Standort am Flughafen der irischen Hauptstadt hatte umfangreiche Kundenaufträge verloren, darunter jenen der bahrainischen Gulf Air. Damals wurde auch am dritten grossen Standort in London Stansted gespart. Dort wurden 90 von rund 750 Stellen gestrichen.

Laut der «Handelszeitung» vom Donnerstag steckt das Unternehmen in einer Krise. Bei einem Umsatz von 1,1 Milliarden Fr. soll SR Technics im vergangenen Jahr 125,2 Millionen Fr. Verlust geschrieben haben. Sprecherin Freyenmuth wollte zu diesen Zahlen nicht Stellung nehmen.

Die Airline Swiss baut für die Alltagswartung (Line Maintenance) eine eigene Abteilung mit rund 200 Arbeitsplätzen auf. Die intensive Wartung der Swiss-Maschinen (Heavy Maintenance) bleibt bei SR Technics. Wie schon im Juni angekündigt, wechseln rund 70 SR-Technics-Mitarbeiter zur Fluglinie Swiss.

(SDA)

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