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Solarkrise lässt Umsatz bei Meyer Burger einbrechen

Die schlechte Auftragslage hat dem Thuner Solarkonzern einen hohen Verlust beschert. Nun hofft Meyer Burger auf eine Kapitalerhöhung und neue Aufträge.

Meyer Burger ist eine weltweit tätige Technologiegruppe und beschäftigt umgerechnet auf Vollzeitstellen insgesamt 2272 Mitarbeiter.
Meyer Burger ist eine weltweit tätige Technologiegruppe und beschäftigt umgerechnet auf Vollzeitstellen insgesamt 2272 Mitarbeiter.
Gegen Ende November kündigte das Unternehmen einen Stellenabbau von 270 Mitarbeitern an. Im Bild: Der Parkplatz der Angestellten.
Gegen Ende November kündigte das Unternehmen einen Stellenabbau von 270 Mitarbeitern an. Im Bild: Der Parkplatz der Angestellten.
Markus Hubacher
Blick ins Atrium im Bürokopfbau des neuen Meyer-Burger-Hauptsitzes: Alle Arbeitsplätze sind hell und transparent. Bereits arbeiten 480 Personen im Gebäude an der Schorenstrasse in Thun.
Blick ins Atrium im Bürokopfbau des neuen Meyer-Burger-Hauptsitzes: Alle Arbeitsplätze sind hell und transparent. Bereits arbeiten 480 Personen im Gebäude an der Schorenstrasse in Thun.
Markus Hubacher
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Der Solarindustrie-Ausrüster Meyer Burger befindet sich in einem düsteren Umfeld. Nach jahrelangem Wachstum sind Umsatz und Aufträge 2012 eingebrochen. Unter dem Strich steht ein Verlust von 115,9 Millionen Franken. Nun braucht die Thuner Firma eine Kapitalerhöhung.

Im Mai sollen neue Aktien für 150 Millionen Franken ausgegeben werden. Ein Bankensyndikat übernimmt alle neuen Aktien und bietet sie den bisherigen Aktionären zum Kauf an, wie Meyer Burger am Montag mitteilte. Die Konditionen werden anlässlich der Generalversammlung vom 25. April bekannt gegeben.

Flüssige Mittel halbiert

Firmenchef Peter Pauli glaubt, dass die unter Überkapazitäten leidende Solarindustrie den Tiefpunkt erreicht hat, wie er an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich sagte. Meyer Burger als Hersteller von Maschinen zur Produktion von Solarzellen, Modulen und Systemen benötige Reserven und Spielraum, um durch die Marktkrise zu kommen und um neue Technologien entwickeln zu können.

Es ist nicht die erste Kapitalbeschaffung in letzter Zeit: Im Mai 2012 hatte Meyer Burger eine Obligationenanleihe ausgegeben. Die flüssigen Mittel haben sich 2012 dennoch praktisch halbiert auf 134,5 Millionen Franken. Kürzlich hat die Firma zudem zur Finanzierung ihres neuen Sitzes in Thun einen hypothekarisch gesicherten Kredit von 30 Millionen Franken aufgenommen.

Jede dritte Stelle gestrichen

Meyer Burger hat auch auf der Aufwandseite gehandelt: Im März 2012 wurde ein Sparprogramm verordnet. Dadurch sank der Personalbestand im vergangenen Jahr von 2791 auf 2186 Vollzeitstellen. Die Zahl der Temporärstellen fiel von 267 auf 79. Mit dem noch laufenden Sparprogramm vom November, dem unter anderem rund 120 Vollzeitstellen in Thun zum Opfer fallen, sinkt der Personalbestand auf knapp 2000 Arbeitsplätze.

In Thun arbeiten dann noch rund 450 Personen für Meyer Burger, wie Finanzchef Michel Hirschi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda sagte. Dies entspricht etwa dem Bestand von vor der Übernahme der Lysser 3S, deren Aktivitäten nach Thun verlagert wurden.

Auf die Frage nach einem nächsten möglichen Sparprogramm sagte Hirschi, Optimierungen blieben eine Daueraufgabe. Allerdings brauche es einen gewissen Stellenbestand, um das Angebot an Maschinen entlang der gesamten Produktionskette und damit die Strategie aufrecht erhalten zu können.

Massiv weniger Aufträge

Nach einem unmittelbaren Aufschwung sieht es nicht aus: Der Auftragseingang ist 2012 auf 223,4 Millionen Franken gefallen. Im Vorjahr waren es 876,8 Millionen Franken gewesen. Meyer Burger konnte noch stark von Aufträgen aus dem Jahr 2011 zehren, da Umsätze erst verbucht werden, wenn die Maschinen abgenommen worden sind. Dennoch halbierte sich der Gesamtumsatz auf 645,2 Millionen Franken.

Auf dem Ergebnis lasteten Abschreibungen von 102,2 Millionen Franken, die vor allem auf gekaufte Firmen zurückgehen. Demgegenüber sank die Steuerlast. Und mit den angekündigten Sparmassnahmen drückt Meyer Burger die Aufwände um 50 bis 60 Millionen Franken. Dennoch sieht es 2013 nach einem weiteren Jahr mit roten Zahlen aus: Meyer Burger rechnet mit einem Umsatz von rund 400 Millionen Franken. Die operative Gewinnschwelle liege aber bei gegen 500 Millionen Franken Umsatz.

CEO Pauli zeigte sich langfristig zuversichtlich: Der Trend gehe auch in Wachstumsmärkten wie Indien zu erneuerbaren Energien und insbesondere zum Solarstrom. Die Kapitalerhöhung solle dazu beitragen, dass Meyer Burger die technologische Marktführung verteidigen könne und bereit sei, wenn das Geschäft der Solaranlagen-Hersteller wieder anziehe.

SDA/mw

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