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So rollte das Geschäft von Stadler Rail

Stadler Rail hat seine Geschäftszahlen für 2010 veröffentlicht. Sorgen bereiten der Firma die Schweizer Standorte.

Bis 2013 ausgelastet: Montagehalle des Stadler-Werks in Busnang, Thurgau.
Bis 2013 ausgelastet: Montagehalle des Stadler-Werks in Busnang, Thurgau.
Keystone

Der Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail hat so viele Aufträge in den Büchern wie noch nie. Der Bestellungseingang im letzten Jahr betrug 2,87 Milliarden Franken – ein Rekord. Der Umsatz wuchs leicht auf 1,08 Milliarden Franken.

Der Umsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr um 38 Millionen Franken, wie die Stadler Rail Group an der Bilanzmedienkonferenz vom Freitag am Hauptsitz in Bussnang TG bekannt gab. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzsprung auf 1,45 Milliarden Franken.

«Wir haben 2010 gut gearbeitet»

Gewinnzahlen veröffentliche das nicht Börsen kotierte Familienunternehmen, das sich zu 90 Prozent in Privatbesitz befinde, nicht, sagte Finanzchef Hansruedi Geel: «Wir haben 2010 sehr gut gearbeitet.»

Nächstes Jahr rechnet Stadler Rail mit einer Verdoppelung des Umsatzes. Die Aufträge seien bereits in den Büchern. Die Kapazitäten an den drei Schweizer Standorten Bussnang TG, Altenrhein SG und Winterthur seien bis mindestens Mitte 2013 gut ausgelastet.

Ab 2013/2014 werde das Umfeld wegen der Euroschwäche schwieriger, da rund zwei Drittel der Schweizer Produktionsleistungen exportiert werden, sagte Firmenchef Peter Spuhler. Die Euro-Schwäche kratze an der Marge und erschwere den Wettbewerb.

«Wir jammern aber nicht, sondern stellen uns der Herausforderung», sagte Spuhler. Auffangen will das Unternehmen die Euro-Schwäche, indem es einen grösseren Teil des Materials im Ausland einkauft. «Eine Verlagerung von Arbeitsplätzen Richtung Osten ist sicher kein Thema», sagte Spuhler.

300 neue Arbeitsplätze in Deutschland

Besonders gut entwickelten sich die Geschäfte der Division Deutschland. Stadler gewann Grossaufträge für Doppelstock-Triebzüge der S-Bahn Berlin und der Luxemburgischen Staatsbahn. Deshalb sollen die Kapazitäten ausgebaut werden und 300 neue Arbeitsplätze entstehen. Stadler wird danach in Deutschland 1100 Mitarbeiter beschäftigen.

2010 kamen mit dem Doppelstockzug KISS und dem Intercity-FLIRT zwei potentielle Verkaufsschlager erstmals auf die Schienen. Seit März 2011 liefert Stadler Breitspur-Züge nach Weissrussland aus, und damit erstmals in einen GUS-Staat (ehemalige Sowjetunion). Stadler hofft dort weiter Fuss zu fassen. Das Potenzial sei gross.

Eine Enttäuschung war die Vergabe der neuen SBB-Doppelstockzüge für den Fernverkehr an den Konkurrenten Bombardier. «Wir haben uns eine blutige Nase geholt», so Spuhler. Umso wichtiger sei es, neue Märkte zu suchen.

Indien als neuer Markt

Das Unternehmen sei auf dem Sprung aus Europa hinaus. «Wir wollen unabhängiger werden von Europa», sagte Spuhler. 2010 gründete der Schienenfahrzeugbauer ein Verkaufsoffice in den USA. Trotz dem schwachen Dollar sei er zuversichtlich, dass sich das Geschäft entwickeln lasse.

Viel erhofft sich Stadler Rail vom Markt in Indien. Momentan nehme das Unternehmen zusammen mit ABB und dem indischen Rollmaterialhersteller Titagarh an einer Ausschreibung für 1000 Hochflurzüge für Westbengalen teil. Entschieden werde die Ausschreibung voraussichtlich 2012.

China ist schwierig

Schwierig sei hingegen der Markt in China, der von westlichen Unternehmen oft überschätzt werde. «Die Chinesen haben es auf unsere Technologie abgesehen. Sie vergeben vielleicht einen Grossauftrag. Aber in fünf Jahren beliefern sie die Konkurrenz mit demselben Produkt, nur viel billiger.»

(SDA)

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