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SMI-Chefsaläre sanken in fünf Jahren um 40 Prozent

Wirtschaftskrise und Druck der Öffentlichkeit: Die Löhne und Boni für Manager von SMI-Unternehmen sinken gemäss einer Erhebung von PWC. Am meisten gestutzt wurden die allerhöchsten Vergütungen.

Der Mittelwert der Cheflöhne von SMI-Unternehmen sank von 2007 bis 2012 von 8,1 auf 6,7 Millionen Franken: Robert Kuipers von PwC beantwortet Fragen zur Studie.

Die Löhne und Boni für Managern von SMI-Unternehmen sinken gemäss einer Erhebung von PWC. Die Beratungsfirma führt dies auf die höhere Transparenz und den gestiegenen Druck der Öffentlichkeit zurück. Die Abzockerinitiative stellt die Konzerne vor neue Hürden, senkt die Löhne aber nicht unbedingt.

Der Mittelwert (Median) der Vergütungen von Konzernchefs der 20 grössten börsenkotierten Unternehmen der Schweiz ist innerhalb von fünf Jahren von 8,1 Millionen Franken auf 6,7 Millionen Franken gesunken. Neben einem sinkenden Mittelwert beobachteten die PWC-Analysten auch einen Rückgang von «Ausreissern» in Form sehr hoher Lohnzuteilungen.

Das ganze Band publizierter SMI-Chefsaläre betrug im Boomjahr 2007 von etwas unter 2 Millionen Franken bis über 22 Millionen Franken. 2012 bewegte sich der Wert zwischen knapp 2 Millionen Franken und gut 13 Millionen Franken.

Durch die über die Jahre detaillierter gewordene Veröffentlichung von Managerlöhnen sei die Vergleichbarkeit gestiegen, was auch den Druck innerhalb von Konzernen auf höhere Löhne bewirken konnte. Die Wirtschaftskrise, der Druck der Öffentlichkeit und Negativschlagzeilen wegen hoher Salärzuteilungen habe aber einen mässigenden Effekt auf die Löhne gehabt, sagte Robert Kuipers, Partner bei PWC.

Präsidenten bekommen mehr

Die Bezahlung der Verwaltungsratspräsidenten ist hingegen gestiegen. Im SMI legte der Mittelwert um 16 Prozent auf 1,13 Millionen Franken zu. Im SMIM, der die 30 grössten Titel umfasst, gingen die Löhne um über die Hälfte auf im Mittel 590'500 Franken hoch. PWC erklärt dies mit den fachlichen und regulatorischen Anforderungen an die Aufsichtsgremien, die stetig gestiegen seien.

Neben den reinen Zahlen interessiert sich die Öffentlichkeit auch mehr für Verhältnismässigkeiten, wie die Diskussion um die 1:12-Initiative der Juso verdeutlicht. Aus PWC-Sicht kann gut sein, dass die amerikanische Praxis der zunehmenden Offenlegung der CEO-Ratio, die den Lohn des Konzernchefs mit dem Durchschnitt oder dem Median des Unternehmens vergleicht, auch in die Schweiz überschwappen wird.

Schwierigere Praxis

Nach der Annahme der Abzockerinitiative, die den Aktionären eine grössere Mitsprache bei den Salärbeträgen gibt, werden aus PWC-Sicht viele Firmen ihren Aktionären Vergütungsbudgets vorlegen. Für die Aktionäre interessant dabei wird die Obergrenze dieser Budgets.

Schwierig werde es bei den Boni: Aktienpakete, auf die die Manager nur zeitverzögert zugreifen dürfen, bringen Probleme. Weil sich der Wert dieser Aktien im Lauf der Zeit ändere, könnten die Aktionäre bei der Zuteilung nicht über den ausbezahlten Betrag abstimmen, sagte PWC-Experte Remo Schmid.

Dies mache die Umsetzung der Initiative sehr kompliziert. PWC erwartet eine definitive Verordnung durch das Parlament Ende November oder Anfang Dezember.

Konjunktur entscheidet

Ob durch die künftige Anwendung der Bestimmungen aus der Abzockerinitiative die Löhne sinken, sei aus heutiger Sicht nicht klar, sagte Robert Kuipers. Die Entwicklung der Vergütungssysteme und die Einstellung der Aktionäre hänge auch von der wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Das Verbot von Antritts- und Abgangsentschädigungen werde die Konzerne beschäftigen, hiess es. Nach Ansicht von Remo Schmid überlegen sich vor allem amerikanische Firmen mit Schweizer Börsenkotierung, ihren Sitz wegen der Abzockerinitiative in ein anderes Land zu verlegen.

SDA/rub

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