Skywork streicht Stellen und düpiert Ruag

Belp

Skywork möchte die Flugzeuge künftig zum Teil in Deutschland warten lassen. Heute ist dafür am Flughafen Bern-Belp der bundeseigene Rüstungskonzern Ruag zuständig. Dort weiss niemand von den Plänen.

Skywork registriert seine Flugzeuge künftig in Deutschland.

Skywork registriert seine Flugzeuge künftig in Deutschland.

(Bild: Urs Baumann)

Dominik Balmer@sonntagszeitung

Eigentlich ist klar, dass Skywork ihre Flugzeuge künftig zum Teil in Deutschland warten lassen will. Zumindest hat das CEO Rolf Hartleb im Oktober dieses Jahres gesagt. Die Wartung in Deutschland übernimmt der neue Partner MHS Aviation. Die Münchner Firma soll künftig auch die Flugzeuge am Flughafen Bern-Belp kontrollieren. Skywork will so Kosten reduzieren.

Damit verzichtet die Airline künftig auf die Dienste von Ruag. Der bundeseigene Technologie- und Rüstungskonzern besitzt einen Wartungsvertrag mit der Fluggesellschaft. Ruag beschäftigt am Flughafen zehn Angestellte, die sich einzig um die Skywork-Flugzeuge kümmern.

Ruag: «Noch kein Entscheid»

Bei Ruag weiss allerdings niemand davon. Sprecher Jiri Paukert reagiert erstaunt – und sagt: Der Wartungsvertrag mit Skywork laufe noch bis am 31.Januar 2014. Derzeit seien Gespräche über dessen Verlängerung im Gang. «Im Hinblick auf die zukünftige Wartung liegt noch kein Entscheid vor», sagt er.

Eine Nachfrage bei Skywork bringt keine Klarheit. Der Medienbeauftragte Andreas Schneider lässt sich bloss mit einem mehrdeutigen Satz zitieren: «Es gibt unterschiedliche Verträge – und diese laufen zu unterschiedlichen Zeitpunkten aus.» Ob die Pläne von Skywork, die Wartung vollständig der MHS zu übergeben, immer noch aktuell sind, lässt Schneider offen.

Skywork wird deutscher

Klar ist hingegen, dass Skywork am Standort Bern-Belp rund 12 Stellen streicht. Das teilte die Gesellschaft gestern mit. Der Grund ist ebenjene Zusammenarbeit mit MHS. Man wolle Synergien nutzen, heisst es in der Mitteilung. Die Einsatzleitstelle und die Überwachung der Wartung sollen nach München und Saarbrücken verlegt werden.

Auch mit ihren Dornier-Flugzeugen macht Skywork einen Sprung über die Grenze. Die Gesellschaft meldet die Maschinen in Deutschland an. Das eröffne «neue Marktchancen», heisst es. Nur so sei es möglich, innerdeutsche Strecken zu fliegen. Das könne lukrativ sein, weil zahlreiche deutsche Regionalfluggesellschaften zuletzt ihren Betrieb hätten einstellen müssen. Wegen der Registrierung der Flugzeuge in Deutschland wird Skywork künftig neu vom deutschen Luftfahrt-Bundesamt beaufsichtigt.

Berner Zeitung

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