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Sika-Erben sollen Meldungspflicht verletzt haben

Weitere Wendung im Sika-Übernahmekampf: Das Sika-Management unterstellt der Erbenfamilie Burkard, die Meldungspflicht verletzt zu haben. Die Finma soll nun eine entsprechende Verletzung prüfen.

Gibt noch nicht auf: Paul Johann Hälg, VR-Präsident der Sika. (14. April 2015)
Gibt noch nicht auf: Paul Johann Hälg, VR-Präsident der Sika. (14. April 2015)
Anthony Anex, Keystone

In den Augen des Sika-Managements haben die Erbenfamilie Burkard und die französische Saint-Gobain möglicherweise die Offenlegungsmeldungspflicht verletzt. Sika wandte sich darum an die Finanzmarktaufsicht (Finma).

Am 7. April, eine Woche vor der Sika-Generalversammlung, hätten die Erbenfamilie Burkard und Saint-Gobain die Auflösung ihrer Gruppe gemeldet, teilte Sika mit. Als Grund hätten sie den Verkauf von privat gehaltenen Sika-Aktien von der Familie Burkard an die Schenker Winkler Holding AG (SWH) angegeben.

In den Augen von Sika besteht die Verbindung zwischen den Burkard-Erben, der SWH und Saint-Gobain aber weiterhin. Die drei beteiligten Parteien hätten diese Verbindung im Dezember 2014 selbst gemeldet.

Zur Meldung verpflichtet

Der ursprüngliche Zweck der Gruppe – laut Communiqué «Sicherstellung des ordentlichen Übergangs der Kontrolle» über Sika – bestehe nach wie vor. Das bestätigten ein neuer Vertrag und die bisherigen «zahlreichen Handlungen» der Vertragsparteien.

Die Meldung an die Finma ist in den Augen von Sika Pflicht. Eine Gesellschaft müsse so vorgehen, wenn sie Grund zur Annahme habe, dass ein Aktionär der Meldepflicht nicht richtig nachgekommen sei, schrieb sie mit Verweis auf das Börsengesetz.

Die Erbenfamilie Burkard hatte im vergangenen Dezember beschlossen, ihren Aktienanteil an Sika für 2,75 Milliarden Franken an die Konkurrenzfirma Saint-Gobain zu verkaufen. Um die Transaktion einzuleiten, wollten die Erben an der Generalversammlung vom 14. April eigene Kandidaten in den Verwaltungsrat wählen lassen.

Gang zum Friedensrichter

Der Sika-Verwaltungsrat verhinderte dies allerdings mit einem juristischen Kniff. Er beschränkte die Stimmrechte der SWH gestützt auf eine Interpretation der Statuten bei den entscheidenden Traktanden auf 5 Prozent.

Das will die Erbenfamilie Burkard nicht akzeptieren. Sie wandte sich deshalb an das zuständige Friedensrichteramt, wie die «NZZ am Sonntag» meldete. Die SWH will sich auf juristischem Weg gegen die Beschlüsse wehren, die ohne ihre Stimmkraft zustande gekommen waren.

SDA/pst

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