Zum Hauptinhalt springen

Sika-Erben beharren auf Lösung unter Einbezug von Saint-Gobain

Im Streit um die Macht beim Bauchemie-Konzern Sika zeichnet sich keine Entspannung ab. Während der VR auf eine Lösung ohne Saint-Gobain hinarbeitet, beharrt die Gründerfamilie auf deren Einbezug.

Angebot mit Prämie: Sika-Aktionäre an der Generalversammlung. (14. April 2015)
Angebot mit Prämie: Sika-Aktionäre an der Generalversammlung. (14. April 2015)
AFP

Im Streit um die Macht beim Bauchemie-Konzern Sika hat der Verwaltungsrat den Erben der Gründerfamilie Burkard angeboten, deren Aktien zu übernehmen. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte entsprechende Medienberichte. Es treffe zu, dass der Verwaltungsrat der Familie ein Angebot gemachte habe, sagte Dominik Slappnig der Nachrichtenagentur AFP. Er bestätigte damit einen Bericht der «SonntagsZeitung». Zur Höhe des Angebots äusserte er sich nicht. Das Angebot umfasse aber eine Prämie, sagte er weiter.

Die «SonntagsZeitung» hatte unter Berufung auf «zwei bestens informierte Quellen» von einem Kaufpreis von 2,25 Milliarden Franken berichtet. Das wären 500 Millionen Franken weniger als der französische Konzern St-Gobain der Schenker-Winkler-Holding (SWH) bietet, in der die Erben organisiert sind. Dank Sonderprivilegien kontrolliert die SWH mit einem Kapitalanteil von rund 16 Prozent über 52 Prozent der Stimmen an Sika. Diese Kontrollmehrheit will die Familie an Saint-Gobain verkaufen, wogegen sich der Verwaltungsrat und das Management von Sika wehren. Mit dem Fall beschäftigen sich mittlerweile Gerichte.

Sika-Erben beharren auf Einbezug von Saint-Gobain

Während der Verwaltungsrat auf eine Lösung ohne Saint-Gobain hinarbeitet, beharrt die Gründerfamilie allerdings auf deren Einbezug. Für Andreas Durisch, Sprecher der Schenker-Winkler-Holding ist eines sonnenklar: «Jede Lösung, die Saint-Gobain nicht mit einbezieht, ist ein No-Go», sagte er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Damit ist bereits klar, dass im Streit um Sika kein Vorschlag auf dem Tisch liegt, der Aussicht auf Erfolg hat.

Dass ein Vorschlag vorliegt, hatte Verwaltungsratspräsident Paul Hälg bereits an der Generalversammlung am letzten Dienstag bekannt gegeben. Die unabhängigen Verwaltungsräte hätten zuhanden der Burkard-Erben einen Alternativ-Vorschlag ausgearbeitet, sagte er damals. Dieser sehe vor, dass Sika anstelle von Saint-Gobain der Gründerfamilie das Aktienpaket abkaufe. Sika bleibe damit unabhängig. Bisher seien die Burkards jedoch nicht bereit gewesen, den Vorschlag zu diskutieren.

Gemäss Durisch hat dies einen einfachen Grund. Der Verwaltungsrat wollte der Familie den detaillierten Vorschlag nur überreichen, wenn diese eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet. Das hätten die Erben jedoch abgelehnt. «Die Familie hat darum gar keine Kenntnis von einem Vorschlag», sagte er.

SDA/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch