SEF: Camille Bloch-Chef spricht über Markenerfolg

Änderungen waren für Daniel Bloch nötig, um sein Unternehmen ins 21. Jahrhundert zu führen. Zum Beispiel freche Variationen des Klassikers Ragusa.

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Juliane Lutz@JulianeLutz

Das Motto des diesjährigen Swiss Economic Forum (SEF)lautet «the big shift» – der grosse Wandel. Der fand beim Schokoladenhersteller Camille Bloch bereits 1997 statt: damals übernahm Daniel Bloch den Chefposten von seinem Vater. Obwohl er eigentlich, so gestand er Moderator Franz Fischlin am SEF, gar nicht in die Firma einsteigen wollte.

Und lange sei sein Vater überpräsent gewesen, etwa «100 prozentig im Verwaltugsrat». Als er aufgrund dessen ein paar Jahre später in der Firma für sich keine Perspektive sah und gehen wollte, habe ihm der Vater sein ganzes Vertrauen geschenkt. «Das Wichtigste, was ein Sohn von seinem Vaber bekommen kann», so der 50-Jährige.

Keine Chance für die Firma

Daraufhin legte er mit ganzem Herzen los und musste gleich grossen Herausforderungen trotzen. Experten sahen Anfang der Nullerjahr den Schweizer Schokoladenmarkt als gesättigt und gaben der Firma aus Courtelary keine grosse Chance. «Wir waren zu old Economy und dazu noch im Berner Jura gelegen – das tönte für viele nach Untergang», sagte Bloch. Der studierte Jurist liess ich nicht beirren und nahm nötige Wandlungen vor, um die Schokoladenfabrik besser zu positionieren: er änderte die Verpackungen, das Logo und entwickelte mit seinen Mitarbeitern neue Schoggivariationen wie Mousse und Ragusa Noir.

Der Schokoladenstängel mit Nuss ist noch immer der Hauptumsatzträger bei Camille Bloche. 2013 stieg der Marktanteil der Firma am Schweizer Schokoladenmarkt erstmals von drei auf über 5 Prozent. 2014 will Daniel Bloch den Umsatz um fünf Prozent auf 63 Millionen Franken steigern. «Wir mussten unsere Stärken nicht neu erfinden, sondern nur an sie glauben», resümierte Bloch rückblickend. Unternehmertum habe in erster Linie damit zu tun, dass man an die eigene Sache glaube.

Zu Blochs letzten Coups gehört eine Partnerschaft mit Skistar Lara Gut und die Lancierung einer Caramel-Ragusa mit dem provokanten und neugierig machenden Namenszusatz «Blond». «Man muss für eine Marke schliesslich immer wieder neue Kunden gewinnen», so Bloch.

Berner Zeitung

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