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Schweizer Banken haben Israels High-Tech-Erfolg entdeckt

Zahlreiche Schweizer Geldinstitute markieren im israelischen «Shalom Valley» Präsenz. Die aufstrebende High-Tech-Szene verspricht gute Geschäfte – und der nationale Reichtum vergrössert sich rasant.

rbi
High-Tech ist Israels Exportprodukt Nummer eins: Ein Arbeiter sitzt vor Warencontainern am Hafen von Haifa. (Archivbild)
High-Tech ist Israels Exportprodukt Nummer eins: Ein Arbeiter sitzt vor Warencontainern am Hafen von Haifa. (Archivbild)
Keystone

UBS, Credit Suisse, Julius Bär und andere grosse Namen der Schweizer Bankszene haben eines gemein: Sie alle markieren in Herzlia, der israelischen High-Tech-Kapitale im Norden der Küstenstadt Tel Aviv, mit einer lokalen Vertretung Präsenz.

Von den israelischen Behörden sind sie zwar nicht als Banken, sondern als Investmentgesellschaften zugelassen. Dank ihres guten Rufs werden den Schweizer Finanzinstituten aber von reichen Israelis und etablierten High-Tech-Firmen trotzdem grosse Vermögen anvertraut. Und nicht zuletzt haben auch die jüngsten Funde riesiger Gasreserven vor Israels Mittelmeerküste den helvetischen Appetit angeregt.

Die Schweizer Banken verfolgen die wirtschaftliche Entwicklung des Nahost-Landes sehr genau. Ihren lokalen und internationalen Kunden bieten sie Beratung in Investitionsfragen an. Sie tun gut daran: Israel ist ein vielversprechender Markt, reich an Profitmöglichkeiten und technologischen Innovationen.

Als Beleg für die fortschreitende Entwicklung der israelischen High-Tech-Szene bringen die Banken unter anderem die hohe Anzahl von hiesigen Start-ups vor, die im Ausland einen Käufer finden. Es ist dies den Schweizer Instituten auch Grund genug, im boomenden Tel Aviv oder seinen Vororten gleich selbst eine Niederlassung zu eröffnen.

Israelis investieren gerne in heimischen Markt

In einem ultramodernen Gebäude im Herzen von Herzlia befinden sich auch die Büros der UBS, die seit 1998 vor Ort vertreten ist. Landesdirektor Kobi Faigenbaum führt eine Equipe von rund 50 Finanzanalysten und Sekretariatsangestellten an.

Der Nachrichtenagentur sda verrät er im Gespräch, dass die grösste Schweizer Bank auch in Genf und Zürich hebräisch-sprechende Abteilungen führt. So solle die israelische Kundschaft besser bedient werden, sagt Faigenbaum und fügt hinzu: «Die UBS ist an Israel interessiert, weil sich der nationale Reichtum extrem schnell vergrössert». Er belaufe sich derzeit auf eine Summe von umgerechnet rund 500 Milliarden Franken.

Seit 15 Jahren könnten die Bürger des Landes frei und auf legale Weise im Ausland investieren. «Es werden aber nur etwa 30 bis 40 Prozent der Vermögenswerte tatsächlich ausserhalb Israels angelegt», erklärt der UBS-Landesdirektor. «Die Israelis vertrauen in ihre Wirtschaft und die Landeswährung Schekel. Deshalb ziehen sie es meist vor, im Inland zu investieren».

Möglichst nahe an den High-Tech-Firmen dran

Auf die Frage, weshalb die UBS sich lieber in Herzlia und nicht etwa in Tel Aviv selbst niedergelassen habe, sagt Faigenbaum: «Wir wollten so nahe wie möglich an den High-Tech-Firmen dran sein, damit sie ihre Profite auf fruchtbaren Boden fallen lassen können.» Dies habe sich ausbezahlt: So sei die Bank bei der Abwicklung von zahlreichen wichtigen Branchengeschäften hautnah dabei gewesen.

Eines der bedeutenden Technologie-Unternehmen, die sich im sogenannten «Shalom Valley» angesiedelt haben, ist die israelische Armee. Diese entwickle vieler ihrer Programme selber, und zwar mithilfe von jungen Menschen, die gerade ihren Militärdienst hinter sich gelassen hätten und voller Tatendrang steckten, sagt Faigenbaum.

Dass viele israelische Start-ups in US-amerikanischen oder europäischen Händen landen, erstaune ihn gar nicht. Israel stelle nach den USA und China die meisten der an der New Yorker Technologie-Börse Nasdaq kotierten Firmen, erklärt er. «Pro Kopf gerechnet weist kein anderes Land mehr neu gegründete Unternehmen auf als Israel, dessen Exportprodukt Nummer eins High-Tech ist.»

(SDA)

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