Zum Hauptinhalt springen

Schweiz wird 2009 «Nullwachstum» haben

An den Börsen herrscht Panik. Konjunkturexperten fürchten, dass die rezessiven Tendenzen in USA und Japan auf Europa übergreifen. Der Schweiz droht 2009 ein «Nullwachstum».

Die Börsen treibt, nach der Finanzkrise, die Angst vor einer weltweiten Rezession um. «Die Märkte sind nervös», sagt UBS-Chefökonom Klaus Wellershoff: «Die wilden Ausschläge haben einen stark psychologischen Anteil. Denn den meisten fällt es enorm schwer, einzuschätzen, wie stark die konjunkturelle Verlangsamung in der Weltwirtschaft sein wird.»

Nach der Finanzkrise sorgen nun die schlechteren Zahlen von Weltkonzernen für Aufregung. In der Schweiz brachten etwa Oerlikon mit der dritten Gewinnwarnung und ABB mit einem Auftragseinbruch eine Ernüchterung. In Japan löste eine Gewinnwarnung von Sony am Freitag ein Beben aus, das auf Europa und die USA übergriff. Vieles deutet darauf hin, dass die Krise in den USA auf Europa übergreift. Grossbritanniens Wirtschaft schrumpfte um 0,5 Prozent, erstmals seit 1992. Die Wirtschaft im Euro-Raum hat nach ersten Schätzungen das zweite Quartal mit einem Rückgang hinter sich.

«Die Märkte begreifen endlich, dass sich die Wirtschaft seit zweieinhalb Jahren in einem Abschwung befindet», sagt dazu UBS-Chefökonom Wellershoff: «Wir müssen 2009 auch in Europa mit rezessiven Tendenzen rechnen.» Grossbritannien ist bereits in einer Rezession, Japan auch, die USA haben das erste negative Quartal hinter sich. Und in Europa beginnen andere Länder zu schwächeln. Auch Alexis Koerber von BAK Basel geht von «einer Rezession in Grossbritannien und im EU-Raum aus».

Schwacher Euro verteuerte Exporte

Wenig Gutes für die Schweiz verheisst zudem, dass der Franken wieder zur Fluchtwährung für Anleger geworden ist, die einen sicheren Hafen suchen. Der Euro ist deswegen gegenüber dem Franken stark gefallen. Der Euro leidet weiter unter der Angst vor einem Zusammenbruch der Märkte in Osteuropa, wo viele Banken und Firmen aus dem Euroraum stark engagiert sind. Die russische Börse hat den Handel vorerst eingestellt. Der schwache Euro verteuert Exporte aus der Schweiz, was der hiesigen Konjunktur schaden wird.

Unklar ist noch, wie stark die rezessiven Tendenzen auf die Schweiz durchschlagen. «Die Schweiz wird 2009 ein Nullwachstum haben», sagt Wellershoff, «was Arbeitsmarkt und Konsumausgaben belasten wird. Die Konsumentenstimmung ist ja weltweit stark rückläufig.»

Konsumenten resistent gegen Krise?

Optimistischer ist Koerber von BAK Basel: «All diese staatlichen Garantien und Rettungsprogramme für den Finanzsektor, plus die massiven Hilfen der Notenbanken, werden gegen Jahresende und vor allem im Verlaufe von 2009 eine Stabilisierung bringen, so ass sich im nächsten Jahr eine leichte konjunkturelle Erholung einstellt.» Koerber traut der Schweiz 0,7 Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr 2009 zu. Aber auch er sagt, wenn die Panik an den Börsen anhalte, könnte dies dazu führen, dass «Unternehmen und Private weniger investieren oder ausgeben».

Gar mit 1 Prozent Wachstum im 2009 rechnet Martin Neff, Chefökonom der Credit Suisse: «Unsere Konjunktur wird von 100’000 Zuwanderern und anständigen Lohnabschlüssen gestützt.» Und die Konsumenten seien «gegen die vielen Krisenmeldungen langsam resistent».

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch