SBB fahren definitiv nach Neuenburg

Die SBB bestellen sieben neue Züge. Damit steht fest: Die BLS hat im schnellen Verkehr auf ihrer Stammstrecke das Nachsehen.

Die SBB beschaffen bei Stadler Rail sieben neue Züge des Typs Flirt für rund 65 Millionen Franken.

Die SBB beschaffen bei Stadler Rail sieben neue Züge des Typs Flirt für rund 65 Millionen Franken.

(Bild: PD)

Stephan Künzi

Die Regioexpress-Züge der BLS sind zwischen Bern und Neuenburg schon bald Vergangenheit. Die Verantwortlichen beim Berner Bahnunternehmen, zu dessen Stammnetz die Linie gehört, mag dies zwar schmerzen. Doch am Donnerstag stellten die Konkurrenten bei den SBB ein für allemal klar: Sie werden den schnellen RE-Verkehr Ende 2020 über­nehmen.

Man habe, teilten die SBB nämlich mit, zu diesem Zweck bei Stadler Rail sieben neue einstöckige Züge des Typs Flirt bestellt und gebe dafür 65 Millionen Franken aus. Die Kompositionen bekämen den Namen Mouette und würden innen nach den komfortableren Normen des Fernverkehrs ausgestattet.

Konkret wird in der ersten Klasse eine grosszügigere Bestuhlung eingebaut, die nebeneinander statt zweier Viererabteile nur ein Vierer- und ein Zweierabteil vorsieht. Alle Plätze erhalten Steckdosen. Die neuen Kompositionen bieten gut 180 Sitzplätze und können in den Spitzenzeiten gekoppelt werden.

Ganz überraschend kommt der Wechsel nicht. Mit seiner Konzessionsvergabe hatte der Bund bereits im Juni die Weichen gestellt. Er gestand der BLS zwar zwei der begehrten Fernverkehrslinien zu, entschied aber gleichzeitig, dass der Rest an die SBB gehen sollte. Zu diesem Rest gehörte auch die Linie von Bern nach Neuenburg, die neu dieser Kategorie zugeteilt wurde.

Trotzdem hätte die BLS im Auftrag der SBB die Züge weiter führen können. Das wollte sie aber nicht, weil es ihr wichtig ist, «die Fernverkehrslinien selbstständig und eigenwirtschaftlich zu betreiben». So formuliert es Sprecher Stefan Dauner, um auf Nachfrage nachzuschieben: «Die BLS hat von der SBB nie ein konkretes Angebot für eine Fuhrhalterlösung für den RE Neuenburg erhalten.»

Die SBB halten ihrerseits fest, sie seien «von der BLS nicht aktiv auf die Linie angesprochen worden». Das zeigt, wie getrübt das Verhältnis zwischen den beiden Bahnen seit dem Streit im Fernverkehr ist.

Berner Zeitung

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