Sawiris-Konzern verzehnfacht Quartalsverlust

Orascom schreibt im ersten Quartal einen Millionenverlust. Das Unternehmen leidet vor allem unter der Nordafrika-Krise. Doch es gibt auch einen Hoffnungsschimmer für den Bau- und Hotelkonzern.

Düsteres Quartalsergebnis für sein Unternehmen: Samih Sawiris.

Düsteres Quartalsergebnis für sein Unternehmen: Samih Sawiris.

(Bild: Keystone)

Der Bau- und Hotelkonzern Orascom schreibt nach einem Verlust von fast 70 Millionen Franken im vergangenen Geschäftsjahr auch im Startquartal 2012 tiefrote Zahlen. In den ersten drei Monaten hat das Unternehmen einen Verlust von 3,5 Millionen Franken eingefahren, zehnmal mehr als in der Vorjahresperiode.

Im ersten Quartal 2011 hatte Orascom noch einen kleinen Verlust vor Minderheiten von 0,3 Millionen Franken hinnehmen müssen. Wie die Erbauerin des Tourismusresorts in Andermatt am Mittwoch mitteilte, sei der Verlust aus einzelnen Tochtergesellschaften nicht wie im ersten Quartal 2011 steuerlich abgrenzbar gewesen.

Der Bruttogewinn stieg markant um über 90 Prozent auf knapp 7,6 Millionen Franken, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Dementsprechend stieg die Bruttogewinnmarge in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres von 7,5 Prozent auf 11,9 Prozent.

Umsatzentwicklung positiv

Ein Lichtblick ist die Umsatzentwicklung. Der Umsatz des Unternehmens von Investor Samih Sawiris stieg um 20 Prozent auf 63,5 Millionen Franken. Insgesamt seien die wirtschaftlichen Aktivitäten in Nordafrika und im Mittleren Osten nach wie vor gedämpft, schreibt Orascom. Dafür habe sich der Tourismussektor in Ägypten etwas erholt, was einen positiven Effekt auf die Resultate gehabt habe.

Die beiden Hauptsegmente Hotels und Immobilien konnten dabei beide deutlich zulegen. Der Umsatz im Segment Hotels stieg um 21,4 Prozent auf 34,1 Millionen Franken. Eine höhere Belegungsrate, vor allem im Tourismusresort El Gouna, kombiniert mit einem gestiegenen Umsatz je verfügbarem Zimmer habe zur Steigerung geführt, heisst es in der Mitteilung.

Der Gewinn in diesem Segment stieg dementsprechend deutlich. Orascom verdiente im ersten Quartal 2012 mit seinen Hotels 3,4 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode waren es lediglich 0,5 Millionen Franken gewesen. Die Auslastung habe im April 68 Prozent betragen. Um die Gewinnschwelle zu erreichen, braucht Orascom 65 Prozent.

Im Segment Immobilien stieg der Umsatz der Gruppe um 21,2 Prozent auf 15,6 Millionen Franken. Jedoch konnte Orascom mit Immobilien deutlich weniger verdienen. Der Gewinn in diesem Segment reduzierte sich gemäss Mitteilung um 58,3 Prozent auf 1,2 Millionen Franken.

Breiter abgestützt

Die Führung des Bau- und Hotelkonzerns schaut verhalten positiv in die Zukunft. Man gehe davon aus, dass die geografische Diversifikation der Umsätze anhalte und das Geschäft damit breiter abgestützt und somit das Risiko verteilt werde, schreibt Orascom.

Auf die Aktie hatten die Quartalszahlen wenig Einfluss. Die Orascom-Papiere gaben bis kurz vor 9.30 Uhr 0,31 Prozent nach. Der Gesamtmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) verlor derweil 0,18 Prozent.

mrs/sda

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