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Sawiris' Orascom verliert Millionen

Der Immobilien- und Hotelkonzern Orascom schreibt Beteiligungen teilweise ab und muss auch beim Bruttogewinn Einbussen hinnehmen. Vor allem die Geschäfte in Ägypten tragen daran schuld.

Reinverlust von 59,1 Millionen Franken nach neun Monaten: Orascom-Präsident Samih Sawiris 2011 an einer Medienkonferenz in Zürich.
Reinverlust von 59,1 Millionen Franken nach neun Monaten: Orascom-Präsident Samih Sawiris 2011 an einer Medienkonferenz in Zürich.
Keystone

Der Immobilienentwicklungs- und Hotelkonzern Orascom kommt weiterhin nicht auf Touren: Nach neun Monaten resultiert ein Reinverlust von 59,1 Millionen Franken. Und auch für den Rest des Jahres sind die Aussichten nur verhalten positiv.

Damit geht für Orascom der Gang durch die Verlustzone weiter. Bereits im Vorjahr hatte das Unternehmen nach neun Monaten einen Reinverlust von 18,9 Millionen Franken in den Büchern stehen. Vor allem das dritte Quartal hat heuer dem Konzern Kopfweh beschert. Der Verlust weitete sich von 5,2 Millionen Franken im Vorjahresquartal auf 31,9 Millionen Franken aus.

Verlust vom Vorjahr schon fast erreicht

Damit kommt Orascom bereits nach neun Monaten bedrohlich nahe an die 76 Millionen Franken Verlust des gesamten Geschäftsjahres 2011. Grund für die tiefroten Zahlen des Unternehmens von Investor Samih Sawiris seien vor allem Sondereffekte, teilte Orascom mit.

Dabei handelt es sich gemäss Unternehmenssprecher Daniel Göhring hauptsächlich um Abschreibungen auf Beteiligungen. So habe Orascom in einem Fall die Beteiligung an einem ägyptischen Unternehmen im Hotel- und Transportbereich reduziert, konkretisiert Göhring.

Insgesamt betrugen die Sondereffekte im dritten Quartal 11,7 Millionen und in den ersten neun Monaten 23,9 Millionen Franken. Doch auch beim Bruttogewinn hat Orascom deutlich eingebüsst. Dieser sank in den ersten neun Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode von 24,6 Millionen auf 17,3 Millionen Franken. Göhring nennt etwa gesetzlich vorgeschriebene Gehaltserhöhungen und eine allgemeine Kosteninflation in Ägypten als Gründe für das schlechtere Abschneiden.

Umsatz legt zu

Ein Lichtblick ist der operative Cashflow. Dieser wuchs von 35 Millionen im Vorjahr auf 49 Millionen Franken an und zeigt, dass Orascom weiterhin liquide und damit trotz anhaltenden Verlusten finanziell gesund ist. Positiv hat sich ausserdem der Umsatz des Konzerns entwickelt. Hier konnte Orascom im Vergleich zu den ersten neun Monaten 2011 um 17,5 Prozent auf 189,6 Millionen Franken zulegen.

Dabei haben beide wichtigsten Segmente, Hotels sowie Immobilien und Bau, zum Zuwachs beigetragen. Der Umsatz im Segment Hotels wuchs um 24,8 Prozent auf 104,5 Millionen Franken, im Segment Immobilien und Bau um 15,5 Prozent auf 47,8 Millionen Franken.

Zukunft ungewiss

In Andermatt, wo das prestigeträchtige Tourismusresort entsteht, hat der Sawiris-Konzern Immobilien für 159,5 Millionen Franken verkaufen können - weniger als erhofft. «Die Situation im Schweizer Immobilienmarkt ist nicht rosig», gibt Unternehmenssprecher Göhring zu bedenken.

Allerdings sei in den letzten Wochen ein deutlich gesteigertes Interesse wahrnehmbar. Im September etwa verkaufte Orascom 73 Apartments an die Investmentfirma Acuro für 123 Millionen Franken.

Zur Zukunft äussert sich das schweizerisch-ägyptische Unternehmen nur sehr zurückhaltend. Man erwarte im vierten Quartal einen leichten Anstieg der Hotelbelegungsraten und auch die Einnahmen in den Hauptsegmenten im nächsten Jahr sollten zunehmen, sagt Göhring.

Ob es zu weiteren Abschreibern und Bewertungsanpassungen kommen wird, sei schwierig zu sagen. «Die Bereinigungen sind vorgenommen worden. Aber die Situation ändert sich ständig», so Daniel Göhring abschliessend.

SDA/mw

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