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Ruag-Angestellte müssen 3 Stunden länger ran

Die 300 Angestellten der Munitionsfirma Ruag Ammotec in Thun müssen künftig 43 statt 40 Stunden pro Woche arbeiten.

Die Munitionsproduktion bei Ruag Ammotec in Thun läuft weiterhin auf Hochtouren. Im Schichtbetrieb produzieren die rund 300 Angestellten pro Tag rund 700'000 Kleinkaliber-Patronen.
Die Munitionsproduktion bei Ruag Ammotec in Thun läuft weiterhin auf Hochtouren. Im Schichtbetrieb produzieren die rund 300 Angestellten pro Tag rund 700'000 Kleinkaliber-Patronen.
zvg/Theodor Stalder
Tausende von Gewehrpatronen laufen täglich übers Fliessband: Ruag Ammotec produziert in Thun pro Jahr rund 300 Millionen Patronen.
Tausende von Gewehrpatronen laufen täglich übers Fliessband: Ruag Ammotec produziert in Thun pro Jahr rund 300 Millionen Patronen.
zvg/Theodor Stalder
Auch die Geschosse aus Blei werden in Thun hergestellt und noch von Hand  auf ihre Qualität geprüft.
Auch die Geschosse aus Blei werden in Thun hergestellt und noch von Hand auf ihre Qualität geprüft.
zvg/Theodor Stalder
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Die Munitionsproduktion bei Ruag Ammotec in Thun läuft weiterhin auf Hochtouren. In den letzten Monaten konnten nach Auskunft von Ruag-Sprecher Jiri Paukert neue Aufträge aus dem Ausland gewonnen werden. Im Schichtbetrieb produzieren die rund 300 Angestellten in Thun pro Tag rund 700'000 Kleinkaliberpatronen.

Rund 70 Prozent der Jahresproduktion von 300 Millionen Patronen gehen in den Export, vor allem in EU-Staaten. Deshalb spürt auch Ruag Ammotec, die letztes Jahr einen Umsatz von 334 Millionen Franken erzielte, den starken Franken.

Neu 43 statt 40 Stunden

Um die Währungsnachteile zu verringern, erhöht die Firma nun die Arbeitszeiten. «Generell handelt es sich für die Mitarbeitenden um eine befristete Erhöhung der Arbeitszeit von 40 auf 43 Stunden pro Woche», teilte der Technologiekonzern Ruag gestern mit.

Mitarbeitende mit einem Kadervertrag arbeiten ebenfalls drei Stunden zusätzlich und damit 45 Stunden pro Woche. Zudem müssen sie zwei Brückentage als Ferientage beziehen. Die Massnahmen treten am 1.August in Kraft und sind auf Ende 2015 befristet.

Verschiedene Massnahmen

Bereits vorher habe die Firma versucht, mit Prozessoptimierungen, Nachverhandlungen mit Lieferanten, Kosteneinsparungen und weiteren Massnahmen die Währungsnachteile zu kompensieren. «Dies alleine hat aber nicht gereicht, um die Produktivität international marktfähig zu gestalten», sagte Paukert. Abgesehen von der neuen wöchentlichen Arbeitszeit blieben alle personalrelevanten Inhalte wie Ferienanspruch, Lohn oder Reglemente unverändert.

Sollte der Gewinn auf Stufe Ebit der Division gegenüber dem Budget 2015 überschritten werden, würden die die Zeit erfassenden Mitarbeitenden den Überschuss in Form einer Prämie von bis maximal 50 Prozent der individuell eingesetzten Mehrarbeit zurückerhalten.

Auch in anderen Divisionen

Bereits per 1.Mai hatte der Technologiekonzern Ruag bei der auf das Recycling von Elektro- und Haushaltgeräten spezialisierten Ruag Environment (60 Mitarbeitende) sowie in gewissen Bereichen der Verteidigungsdivision Ruag Defence (590 Mitarbeitende) Mehrarbeit eingeführt.

Die geplante Mehrarbeit basiert auf dem Gesamtarbeitsvertrag der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie. Dieser gibt der Unternehmung die Möglichkeit, mit verschiedenen Massnahmen die Wettbewerbsfähigkeit wiederzuerlangen, die durch ausserordentliche Situationen, wie zum Beispiel grosse Wechselkursschwankungen, beeinträchtigt wird.

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