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Rolls Royce wechselt Triebwerke aus

Nach der Notlandung eines Airbus A380 ersetzt der Hersteller seine Motoren in den Grossflugzeugen – und korrigiert seine Gewinnprognosen nach unten.

An 20 Flugzeugen müssen die Motoren ausgewechselt werden: Ein Techniker arbeitet an einem Trent-900-Triebwerk in einem Airbus-Werk (Archivbild).
An 20 Flugzeugen müssen die Motoren ausgewechselt werden: Ein Techniker arbeitet an einem Trent-900-Triebwerk in einem Airbus-Werk (Archivbild).

Nach dem Triebwerksbrand und der Notlandung eines Airbus A380 muss der Motorenbauer Rolls-Royce alle Triebwerke dieses Typs reparieren. Die Triebwerke vom Typ Trent 900 werden derzeit in 20 Grossraum-Airbus-Flugzeugen der Lufthansa, der australischen Qantas und der Singapore Airlines eingesetzt. Rolls-Royce erklärte am Freitag in London, der Fehler betreffe die gesamte Serie.

Eine A380 der Qantas mit 433 Passagieren an Bord hatte vor einer Woche in Singapur notlanden müssen, weil eines der vier Triebwerke in Brand geraten und geborsten war. Als Ursache sei jetzt ein fehlerhaftes Bauteil festgestellt worden, teilte Rolls-Royce mit. Es habe einen Ölbrand entfacht, der die Turbinenscheibe zerstörte. Rolls-Royce werde die fragliche Komponente jetzt austauschen, kündigte Firmenchef John Rose an. Man arbeite mit Airbus zusammen, damit die gesamte Flotte schrittweise wieder in Betrieb genommen werden könne.

Airbus rechnet mit Verzögerungen

Rolls-Royce senkte entsprechend seine Gewinnprognose für das laufende Jahr. Wegen der Triebwerksprobleme werde der Zuwachs etwas geringer ausfallen als erwartet, kündigte das Unternehmen an.

Airbus befürchtet wegen des notwendigen Austauschs eine weitere Verzögerung bei der Auslieferung neuer A380-Flugzeuge. Vorstandschef Thomas Enders sagte am Freitag: «Das könnte Auswirkungen auf die Auslieferungen 2011 haben.» Stornierungen oder Abbestellungen seien aber kein Thema. Dieses Jahr würden wie geplant 20 Airbus A380 an Kunden übergeben.

EADS erhöht Prognose

Obwohl der Airbus-Gewinn «durch das A380-Programm weiterhin erheblich beeinträchtigt» wird, erhöhte EADS-Konzernchef Louis Gallois die Ergebnisprognose für dieses Jahr. Airbus profitiere vom Aufschwung der Fluggesellschaften und werde mehr als 500 Maschinen ausliefern. Deshalb rechnet EADS mit einem Umsatzanstieg von 43 auf 44 Milliarden Euro und einem Betriebsgewinn (Ebit) von 1,1 Milliarden Euro nach Einmaleffekten.

Im vergangenen Jahr hatte EADS einen operativen Verlust von 0,3 Milliarden und unter dem Strich ein Minus 0,8 Milliarden Euro gemacht. Neben dem A380 belasten auch die Probleme beim Militärtransporter A400M und die Entwicklungskosten für das neue Langstreckenflugzeug A350 das Ergebnis stark. Die Rentabilität von Airbus werde erst «mittelfristig erheblich steigen», sagte Gallois.

dapd/oku

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