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Razzien bei Roche und Novartis

Übernachtungen in Las Vegas getarnt als Dienstreise: Schweizer Pharmakonzernen wird in Rumänien Korruption vorgeworfen.

dia
Luxustrip statt Ärztekongress: Das Hotel Bellagio in Las Vegas. (20. Juni 2007)
Luxustrip statt Ärztekongress: Das Hotel Bellagio in Las Vegas. (20. Juni 2007)
Jae C. Hong, Keystone

Roche und Novartis stehen im Visier der rumänischen Behörden. Wie die «Handelszeitung» berichtet, kam es in der vergangenen Woche zu Razzien in Büroräumen der Pharmakonzerne in Bukarest. Die Beamten stellten mehrere Datenträger und Geschäftsunterlagen sicher, heisst es im Bericht. Auch Spitäler und Arztpraxen seien zur gleichen Zeit durchsucht worden.

Roche und Novartis stehen zusammen mit neun weiteren Unternehmen der Pharmaindustrie im Verdacht, Mediziner bestochen zu haben. So sollen Ärzten zum Beispiel Übernachtungen im Luxushotel Bellagio in Las Vegas oder ein Besuch des Grand Canyons bezahlt worden sein – alles getarnt als Reise an einen Fachkongress in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Auch die Steuerbehörden interessieren sich für den Fall, da die Reisen von den Pharmariesen offenbar von den Steuern abgezogen wurden.

Laut der US-Datenbank «Open Payment» hat Roche im vergangenen Jahr 417 Millionen Franken an Mediziner und Forscher ausgeschüttet, bei Novartis waren es knapp 330 Millionen Franken. Rumänien bekämpft die Korruption im Gesundheitswesen konsequent und plant die Einführung einer ähnlichen öffentlichen Datenbank ab September. Für Europa wäre dies ein Novum.

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