Roche stoppt Studien zu Alzheimer-Medikament

Rückschlag für die Alzheimer-Forschung: Der Hoffnungsträger Crenezumab des Pharmakonzerns hält nicht, was er verspricht.

Bislang keine wirksame Therapie: Bei Alzheimer sammeln sich im Gehirn der Betroffenen giftige Eiweissklumpen an, welche die Nervenzellen schädigen. (Symbolbild)<p class='credit'>(Bild: Keystone Jens Kalaene)</p>

Bislang keine wirksame Therapie: Bei Alzheimer sammeln sich im Gehirn der Betroffenen giftige Eiweissklumpen an, welche die Nervenzellen schädigen. (Symbolbild)

(Bild: Keystone Jens Kalaene)

Die Alzheimer-Forschung hat einen weiteren schweren Rückschlag zu verkraften. Der Pharmakonzern Roche gab den Stopp von zwei spätklinischen Studien der Phase III mit seinem Hoffnungsträger Crenezumab bekannt.

Eine Zwischenanalyse zeigte, dass die Arznei das angepeilte Studienziel nicht erreichen dürfte, teilte Roche mit. Neue Sicherheitsbedenken seien nicht ans Licht gekommen. Die Erforschung und Entwicklung anderer Alzheimer-Mittel will der Pharmahersteller aus Basel fortsetzen.

Reihe von Fehlschlägen

Roche reiht sich in eine lange Liste von Misserfolgen bei der Entwicklung von Therapien gegen Alzheimer ein, die seit Jahren nicht vom Fleck kommt. Seit 2016 fielen experimentelle Mittel von Eli Lilly, AstraZeneca, Johnson & Johnson oder Merck durch. Pfizer stellte im vergangenen Jahr die Entwicklung von Medikamenten gegen Alzheimer und Parkinson ein.

Mehr als 100 klinische Studien erbrachten bislang keine wirksame Therapie für die schnell fortschreitende Demenzerkrankung, bei der sich im Gehirn der Betroffenen giftige Eiweissklumpen ansammeln, welche die Nervenzellen schädigen. Die gegenwärtigen Medikamente können lediglich die Symptome lindern.

Weltweit leiden nahezu 50 Millionen Menschen an einer Demenz, und jährlich werden 10 Millionen neue Erkrankungen diagnostiziert. Alzheimer ist die häufigste Form der Erkrankung.

Grosses Fehlschlagrisiko

Analysten hatten Crenezumab, das Roches US-Biotechtochter Genentech gemeinsam mit AC Immune entwickelt, Milliardenumsätze zugetraut. Die Anleger reagierten allerdings kaum auf die Neuigkeit: Die Roche-Scheine notierten an der Schweizer Börse unverändert auf dem Vortagesniveau.

Die Experten des Brokers Baader Helvea sprachen von einem erwarteten Studien-Misserfolg. Die meisten Analysten berücksichtigen Alzheimer-Arzneien in ihren Gewinnschätzungen wegen des grossen Fehlschlagrisikos nicht. An der US-Börse Nasdaq dürften die Aktien von AC Immune auf Talfahrt gehen.

ij/sda

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