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Rezession bereits im Winter – Schweizer Firmen sehen schwarz

Die Finanzkrise und die Abkühlung der internationalen Konjunktur hinterlassen ihre Spuren auch in der Schweiz – und das bereits jetzt.

Vor allem die Exportindustrie schaut in die Röhre: Die Nachfrage aus dem Ausland sinkt.
Vor allem die Exportindustrie schaut in die Röhre: Die Nachfrage aus dem Ausland sinkt.
Keystone

Die jüngste Konjunkturumfrage in Industrie, Baugewerbe und Dienstleistungsbranchen zeigte als Folge von Finanzkrise und internationaler Konjunkturabschwächung, dass im vierten Quartal 2008 und im ersten Quartal 2009 mit einem rückläufigen Bruttoinlandprodukt (BIP) zu rechnen sei, teilte die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) mit. Sie geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft bereits im dritten Quartal 2008 langsamer gewachsen ist.

Inlandnachfrage als Stütze

Wegen der kriselnden Weltwirtschaft hat sich der Geschäftsgang in der Industrie verlangsamt und lag im Oktober nur noch knapp über dem langjährigen Durchschnitt. Dabei geht es der Exportwirtschaft deutlich schlechter als Firmen, die sich auf den Heimmarkt Schweiz ausgerichtet haben. Und die Talfahrt dürfte sich beschleunigen: Die exportierenden Unternehmen befürchten deutliche Rückgänge bei Nachfrage und Produktion. Zudem sind die Margen unter Druck, weil die Einkaufspreise stärker steigen dürften als die Verkaufspreise.

Dagegen sind die binnenorientierten Firmen noch recht zuversichtlich. Insgesamt erwartet die Schweizer Industrie bei Bestellungseingang und Produktion für die letzten Monate des Jahres ein unverändertes Niveau. Die Beschäftigung werde bestenfalls stagnieren, allenfalls sogar leicht abnehmen. Bis zum nächsten Frühling dürfte sich der Geschäftsgang weiter verschlechtern.

Banken gebeutelt

Die Banken litten unter dem Orkan an den Finanzmärkten. Insbesondere das Geschäft mit ausländischen Kunden habe sich im dritten Quartal deutlich verschlechtert. Aber auch im Inlandgeschäft lief es nicht mehr so rund. Zwar hätten sich die Erfolge aus dem Zinsen- und Handelsgeschäft halten können. Aber im Kommissionsgeschäft sei der Erfolg erneut klar gesunken. Gleichzeitig seien die verwalteten Vermögen bei den meisten Banken geschrumpft.

Der im ersten Halbjahr begonnene Stellenabbau werde weitergehen. Denn die Banken befürchteten eine weitere Verschlechterung des Geschäftsgangs im nächsten halben Jahr. Die Einnahmen dürften schrumpfen.

Bei den Grosshandelsfirmen ist die Geschäftslage noch gut. Aber die Nachfrage nahm im dritten Quartal kaum noch zu und dürfte in den nächsten drei Monaten sinken.

Detailhandel optimistisch

Das Baugewerbe freut sich noch über gute Geschäfte. Die Bautätigkeit sei auf hohem Niveau. Aber die Nachfrage werde in den kommenden Monaten zurückgegehen. Besonders am Genfersee, in der Zentral- und Nordwestschweiz befürchten überdurchschnittlich viele Baufirmen einen Nachfragerückgang.

Das Gastgewerbe sei so schwach gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Und für das Schlussvierteljahr erwartet ein Drittel der Betriebe weniger Absatz, während nur 20 Prozent mit einer Zunahme rechnen.

Dagegen ist die Stimmung im Detailhandel vor dem Weihnachtsgeschäft nach wie vor recht gut. 90 Prozent der Unternehmen sprechen von einer befriedigenden oder guten Geschäftslage. Die Ertragssituation habe sich im dritten Quartal etwas verbessert. In naher Zukunft erwarten die Ladenbesitzer weiter steigende Umsätze. Die Versicherer zeigen sich ebenfalls zufrieden. 42 Prozent beurteilen die Geschäftslage als gut, über die Hälfte als befriedigend. Allerdings rechnen auch sie fürs das vierte Quartal mit einer stagnierenden Nachfrage.

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