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Ratingagentur droht Bayer mit Herabstufung

Für den geplanten Übernahmedeal mit Monsanto hagelt es Kritik von Bayers wichtigsten Investoren. Auch droht dem Konzern ein Bonitätsverlust.

Nicht alle freuen sich über einen Deal mit Monsanto: Der Pharma- und Chemiegigant Bayer in Leverkusen. (Archivbild)
Nicht alle freuen sich über einen Deal mit Monsanto: Der Pharma- und Chemiegigant Bayer in Leverkusen. (Archivbild)
Oliver Berg, AFP

Standard and Poor's (S&P) sieht die milliardenschweren Übernahmepläne von Bayer für den US-Saatgutriesen Monsanto kritisch. Die Ratingagentur setzte den deutschen Pharma- und Chemiekonzern heute auf die Liste für eine beschleunigte Prüfung auf eine Herabstufung («Credit Watch Negative»).

Sollte S&P die Bewertung der Kreditwürdigkeit senken, würde sich die Bonitätsnote wahrscheinlich um höchstens zwei Stufen verschlechtern, erklärte die Ratingagentur.

Grösste Akquisition der Firmengeschichte

Bayer hatte am Donnerstag bestätigt, mit Monsanto über eine Übernahme zu sprechen. Die Amerikaner, Entwickler des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat, werden an der Börse mit gut 42 Milliarden Dollar bewertet.

Bayer bringt rund das Doppelte in Euro auf die Waage. Für Bayer wäre es die mit Abstand grösste Akquisition in der Firmengeschichte. Vor zehn Jahren hatte Bayer den Pharmakonzern Schering für 17 Milliarden Euro übernommen.

Bayer-CEO in der Kritik

Frankfurt Bayer muss für seine Pläne, den US-Saatgutriesen Monsanto übernehmen zu wollen, Kritik von wichtigen Investoren einstecken. «Der Aufsichtsrat sollte die Position des CEO überdenken», erklärte Fondsmanager John Bennett von Henderson Global Investors am Freitag.

Der neue Konzernchef Werner Baumann habe seinen Posten erst wenige Wochen inne und habe nun einen sofortigen Wertverlust der Aktie zu verantworten. «Die ausgezeichnete Arbeit seines Vorgängers wurde in Stücke gerissen», hiess es in einer schriftlichen Stellungnahme. «Ich bin wütend, dass das Unternehmen es abgelehnt hat, sich mit uns darüber auszutauschen.» Die britische Fondsgesellschaft ist Reuters-Daten zufolge der 15-grösste Anteilseigner von Bayer.

Aktien auf Talfahrt

Auch die deutsche Fondsgesellschaft Union Investment, zwölftgrösster Investor bei Bayer, beurteilt das Vorhaben kritisch. «Ich bin skeptisch. Strategisch wäre es sicherlich sinnvoll, weil Monsanto stark im Saatgutbereich ist, wo Bayer sicher gerne zugekauft hätte», sagte Fondsmanager Markus Manns.

Der grosse Nachteil sei aber die Grösse des Deals. Nach seiner Einschätzung wäre es besser, wenn Bayer noch etwas Spielraum für die ein oder andere ergänzende Übernahme im Pharmabereich hätten. «Nach einem Monsanto-Deal wäre es weitgehend ausgeschlossen, dass Bayer über die nächsten zwei bis drei Jahre die finanzielle Flexibilität für Zukäufe im Pharmabereich behält», sagte Manns.

Nach Bekanntgabe der Pläne waren die Anteilsscheine des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns auf Talfahrt gegangen. Börsianer fürchteten eine kostspielige Übernahme, die mittels Kapitalerhöhung finanziert werden könnte. Die Fondsgesellschaft UBS Global Asset Management, die zu den 30 grössten Bayer-Investoren zählt, hatte sich deshalb bereits am Vortag «zutiefst beunruhigt» gezeigt.

SDA/sep

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