Primark hält Arbeiter-Hilferufe für Fälschungen

Zeugnis von Ausbeutung oder Kampagne? Die Modekette Primark hat die kürzlich aufgetauchten Botschaften von Textilarbeitern untersucht – und glaubt an einen Streich.

Ermittlungen in Grossbritannien und China: Primark-Filiale in London. (Archivbild)

Ermittlungen in Grossbritannien und China: Primark-Filiale in London. (Archivbild)

(Bild: Ap Photo)

Die Billig-Modekette Primark hält die kürzlich aufgetauchten Hilferufe von Textilarbeitern aller Wahrscheinlichkeit nach für gefälscht. Zwei der eingenähten Zettel seien eindeutig gleicher Herkunft, obwohl das eine Kleidungsstück in Rumänien, das andere in Indien hergestellt worden sei.

Beide seien aber 2013 in der selben Filiale im walisischen Swansea verkauft worden, teilte Primark in Dublin mit. Im selben Jahr habe es in Swansea eine Ausstellung solcher Etiketten gegeben, bei der Besucher ermutigt worden seien, sie in Kleidung einzunähen. Die Untersuchung des Vorfalls habe Primark zu der Schlussfolgerung geführt, dass es sich wahrscheinlich um einen Streich handle.

Botschaft aus chinesischem Arbeitslager

Eine weitere Mitteilung, die in Nordirland aufgetaucht war, werde noch untersucht, hiess es weiter. Ermittelt werde dazu in Grossbritannien und in China. Auf die unterschiedlichen Herkunftsländer der beiden Kleidungsstücke in Swansea hatte das Unternehmen bereits am Mittwoch hingewiesen.

Von den Hilferufen, die in Kleider und Hosen eingenäht waren, hatten Kunden berichtet. «Forced to work exhausting hours» (zur Arbeit bis zur Erschöpfung gezwungen) stand auf einem Zettel, «Degrading working conditions» (erniedrigende Arbeitsbedingungen) auf einem anderen.

In Nordirland soll eine Botschaft zusammen mit einem Gefangenenausweis aus einem chinesischen Arbeitslager vernäht worden sein. Primark betonte erneut, dass sich das Unternehmen für gute Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern einsetzt.

ajk/sda

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