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Papierfabrik Biberist verkauft

Die Marktbereinigung in der Papierindustrie geht weiter: Die südafrikanische Sappi will die Papierfabrik Biberist kaufen.

Der finnische Papierhersteller M-Real will seinen Geschäftsbereich grafische Papiere an den südafrikanischen Konzern Sappi verkaufen, wie beide Unternehmen am Montag mitteilten. Das Paket umfasst die Werke in Biberist SO, im deutschen Stockstadt sowie in Kirkniemi und Kangas in Finnland. Insgesamt werden an den vier Standorten 1,9 Millionen Tonnen Papier jährlich produziert. Laut Homepage von M-Real hat das Werk in Biberist einen jährlichen Ausstoss von 470000 Tonnen Papier.

Der Verkaufspreis beträgt 750 Millionen Euro oder umgerechnet knapp 1,2 Milliarden Franken. 500 Millionen Euro davon machen der Cash-Anteil und die Übernahme eines Kredits auf. Weiter gewährt Sappi einen Lieferantenkredit über 200 Millionen Euro, 50 Millionen Euro erhält M-Real in Form von neuen Sappi-Aktien. Der verkaufte Geschäftsbereich erzielt einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Unter dem Strich bleibt aber ein operativer Verlust von 30 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008. Der Deal soll im ersten Quartal 2009 abgeschlossen sein.

Die 600 Arbeitsplätze in Biberist sind gemäss «Solothurner Zeitung» bis auf weiteres nicht gefährdet. M-Real sieht im Verkauf des Segments grafische Papiere einen wichtigen Schritt zu einer Bereinigung im europäischen Papiermarkt: «Das operative Umfeld der Industrie wird verbessert, was M-Real als künftiger Aktionär von Sappi zugutekommen wird», sagte Kari Jordan, Verwaltungsratspräsident des finnischen Unternehmens. In der Tat plant M-Real, die Produktion von gestrichenem holzfreien Papier in den Fabriken Gohrmühle und Hallein einzustellen. Das führt in Europa zu einem jährlichen Kapazitätsabbau von 600000 Tonnen.

Sappi seinerseits nennt die Steigerung der Papierproduktion in Europa und Synergieeffekte als Hauptvorteile der Übernahme. Demnach kann Sappi dank der vier neuen Fabriken den Ausstoss von grafischem Papier von 2,6 Millionen auf 4,5 Millionen Tonnen pro Jahr erhöhen. Ralph Boëttger, Konzernchef von Sappi, erwartet zudem Synergien von 120 Millionen Euro jährlich über die nächsten drei Jahre.

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