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Panasonic schluckt Sanyo und ergrünt

Die Sanyo-Übernahme macht den Panasonic-Chef Fumio Ohtsubo zur Nummer 1 seiner Branche. Der Käufer will ein ökologischeres Unternehmen.

Fumio Ohtsubo hat rasch gehandelt.
Fumio Ohtsubo hat rasch gehandelt.
Keystone

Eine Firma, die nicht ihre Verantwortung für die Umwelt nicht übernehme, könne kein globales Spitzenunternehmen sein, sagte Panasonic-Präsident Fumio Ohtsubo jüngst. Und er liess keinen Zweifel offen, dass er mit Panasonic auch ökologisch Spitze sein will. Mit der Übernahme des kleineren Rivalen Sanyo, die Ohtsubo in Geheimgesprächen mit Sanyo-Chef Seiichiro Sano seit Sommer eingeleitet hatte, wird Panasonic zum grössten Elektronikkonzern Japans. Am Freitag einigten sich die beiden Firmen, ein Team zu bilden, das die künftige Allianz strukturiere. Die Details seien Ende Dezember zu erwarten. Das Wort Übernahme wurde vermieden.

Mit Sanyo holt Ohtsubo grüne Technologie ins Haus, was Panasonic bisher vernachlässigt hatte: Solarzellen und wiederaufladbare Akkus für tragbare Geräte und Autos. Nach Ohtsubos Umweltcredo macht der Deal Panasonic zur besseren Firma, zumal Öko konzernweit zum Prinzip erhoben wurde. Ohtsubo nannte Sanyo aber auch einen «Wachstumsmotor».

Ein treuer Diener seiner Firma

Der 63-jährige aus Osaka, seit zwei Jahren an der Spitze von Panasonic, blickt auf eine typisch japanische Karriere zurück. 1971 direkt von der Uni zu Matsushita gestossen, wie Panasonic damals hiess, hat der gelernte Maschineningenieur nie für eine andere Firma gearbeitet. Ab 1989 leitete er den Ableger in Singapur, 1998 übernahm er die audiovisuelle Abteilung. Eine Ernennung zum CEO scheint in Japan zuweilen eher die Krönung der Karriere als eine Aufgabe zu sein. Die Chefs haben, bis sie so weit sind, die Firmenkultur so verinnerlicht, dass sie als Primus inter pares weiterführen, was sie ein Leben lang im Kollektiv mitgetragen haben.

Nicht so Ohtsubo, er will «eine kämpfende Firma». Entschlossen führt er die radikale Restrukturierung seines Vorgängers Kunio Nakamura weiter. Er packt zu, geht hin, denkt voraus. Wagt etwas. Und gilt doch als sanfte Integrationsfigur.

Anfang Oktober hat er den 90 Jahre alten Konzern umbenannt. Bisher hiess die Firma Matsushita, Panasonic war bloss eine von mehreren Marken, neben National, JVC und Technics.

Die ganze Welt in zwei Geräten

Ohtsubo will die Produktepalette – vom Eisschrank und dem Elektroofen über Fernseher und Mobiltelefon bis zur Brennstoffzelle – bündeln. Wie auch die Geräte. Er glaubt, künftig werde unser Unterhaltungs- und IT-Bedarf von nur zwei Apparaten versorgt, einem multifunktionalen, interaktiven Fernseher und dem intelligenten Mobiltelefon: 2010 will er deshalb «mit unglaublich fortschrittlichen» Handys auf den europäischen Markt zurückkehren.

Ohtsubo ist kein traditioneller japanischer CEO: Er ist offen, macht Witze, handelt rasch. Dennoch betont er die «kollektive Weisheit» des Managements von unten. Nur damit könne man die Kreativität aller Mitarbeiter nutzen. Dass Top-Manager von aussen an die Spitze eines Unternehmens gesetzt werden, scheint ihm unvorstellbar.

Ein Unternehmen sei nur global, wenn es auch in der ganzen Welt produziere, sagt er. Und fordert von seinen weltweit 300’000 Mitarbeitern, jeder einzelne müsse sich mit Panasonic identifizieren. Wie er selbst. Die Grenze zwischen Erfolg und Misserfolg sei schmal. Mit seinem raschen Handeln ist er den Konkurrenten Sony und Samsung zuvorgekommen. Letztere seien ebenfalls an Sanyo interessiert gewesen.

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