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Opec drosselt Öl-Fördermenge

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) kürzt ab November ihre Fördermenge um 1,5 Millionen Fass pro Tag, um den seit Monaten andauernden Preiszerfall zu stoppen.

Ab 1. November werden täglich 1,5 Millionen Fass weniger Rohöl gefördert. Dies teilte der algerische Ölminister und amtierende Opec-Präsident Chatib Khelil am Freitag nach einer Sondersitzung der 13 Opec-Ölminister in Wien mit.

Die offizielle Förderquote für die OPEC-Länder (ohne den Irak) lag zuletzt bei 28,8 Millionen Fass täglich. Der Preis für ein Fass (159 Liter) war in den vergangenen Monaten von seinem historischen Höchststand von etwa 150 Dollar auf rund 60 Dollar gesunken.

Sollte die Kürzung den Preiszerfall nicht stoppen, könnten sich die Ölminister bereits im November wieder treffen, um über weitere Massnahmen zu beraten. Die nächste ordentliche Konferenz der Opec findet Mitte Dezember in Algerien statt.

Wachstum gebremst

Er gehe davon aus, dass die nun beschlossene Drosselung der Produktion das Wachstum der Weltwirtschaft nicht beeinflussen werde, sagte Khelil am Freitag im Anschluss an eine der kürzesten Krisensitzungen seit der Gründung der Organisation 1960.

«In den USA und Europa gibt es bereits kein Wachstum mehr», betonte der Politiker. Khelil versicherte, die Opec habe bei ihrem Beschluss keine feste Preisvorstellung im Auge gehabt. Opec-Analysten hatten zuvor einen Preis von 80 bis 100 Dollar je Fass Ziel des Kartells genannt.

Preis sinkt weiter

Nach Bekanntgabe des Opec-Entscheids stabilisierte sich der Ölpreis nicht. In London fiel der Preis der Nordseesorte Brent auf 61.08 Dollar. Der Preis für ein Fass der Sorte Light Sweet Crude in New York sank auf 63.08 Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit Mai 2007.

Der britische Premierminister Gordon Brown kritisierte den Entscheid der Opec. Der britische Premier hatte das Öl-Kartell zuvor ausdrücklich davor gewarnt, die Fördermenge in der Absicht zu senken, den Ölpreis in die Höhe treiben zu wollen.

Keine Einigkeit

Die Mitglieder der Opec waren sich bereits vor ihrem Sondertreffen darüber einig, die Fördermenge zu senken. Allerdings gab es innerhalb der Organisation unterschiedliche Ansichten über den Umfang der Kürzung.

Iran und Libyen verlangten eine Drosselung um bis zu zwei Millionen Fass pro Tag. Venezuela machte sich hingegen für eine moderatere Senkung von mindestens einer Million Barrel stark.

Dem Kartell gehören Algerien, Angola, Ecuador, der Iran, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Venezuela an – ebenso der Irak, für den es aber wegen des anhaltenden Konflikts im Land keine Förderquote gibt.

SDA/mbr

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