Omega schliesst speziellen Deal für Olympische Spiele

Die Swatch Group und ihre Marke Omega bleiben offizielle Zeitnehmer der Olympischen Spiele bis 2032. Die Uhrengruppe aus Biel hat den laufenden Langzeitvertrag verlängert. Es handelt sich aber nicht um klassisches Sponsoring.

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In den Startlöchern: Nick Hayek (links) und Thomas Bach.

(Bild: Keystone)

Jon Mettler@jonmettler

Das Internationale Olympische Komitee (IOK) und der weltgrösste Uhrenkonzern Swatch Group arbeiten bis 2032 weiter zusammen. Dies gab IOK-Präsident Thomas Bach am Montag in Lausanne bekannt, dem Hauptsitz der Organisation. Die Swatch Group ist seit Athen 2004 offizieller Zeitnehmer der Olympischen Spiele. Der laufende Vertrag endet mit den Sommer­spielen von Tokio im Jahr 2020.

IOK-Präsident Bach und Swatch-Group-Chef Nick Hayek unterzeichneten im Olympischen Museum den neuen Vertrag. «Wir stellen sicher, dass die Leistung der Athleten fair und wahrheitsgemäss gemessen wird», sagte Hayek.

Kritik, wonach das schlechte Image des IOK langfristig auf die Reputation der Swatch Group abfärben könnte, wies Hayek zurück. «Es passiert viel schlechtes auf der Welt», sagte er. «Es ist wichtig, dass die Olympischen Spiele eine Sehnsucht von jungen Menschen bleiben. Sie haben das Recht, sich sportlich mit den Besten zu messen. Es braucht deshalb grosse Organisationen wie das IOK, die das ermöglichen.»

IOK-Präsident Bach betonte das spezielle Wesen der erneuerten Zusammenarbeit: «Es ist kein Geschäftsabschluss, sondern eine Partnerschaft auf Augen­höhe», sagte der Deutsche. Tatsächlich zahlt die Swatch Group dem IOK keine grosse Geld­summe, um wie beim klassischen Sponsoring eine Gegenleistung zu erhalten. Vielmehr erbringt der Uhrenkonzern Dienstleistungen für das IOK.

Diese be­inhalten Zeitmessung sowie die Verarbeitung und Anzeige von Resultaten. Im Gegenzug darf die Swatch Group die Marke «Olympische Spiele» nutzen, um Werbung für Omega zu machen.

Millionen für Technologie

Die zur Uhrengruppe gehörende Manufaktur ist seit Peking 2008 nach aussen sichtbar, wenn es um die offizielle Zeitmessung bei den Olympischen Spielen geht. Um die technischen und technologischen Belange kümmert sich aber Swiss Timing im bernjurassischen Corgémont, eine weitere Tochterfirma der Swatch Group.

Für die Zusammenarbeit mit dem IOK wird die Swatch Group jährlich einen Frankenbetrag im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich aufwenden. Die Investitionen kommen nicht nur dem Werkplatz Schweiz zugute, sondern auch dem Konzern selbst. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Swatch Group tüfteln immerzu an neuen Zeitmessungstechnologien.

Eine Innovation ist etwa die Zielbildkamera Scan’O’Vision, die in Rio 2016 erstmals zum Einsatz kam. Das Gerät schiesst 10'000 digitale Bilder pro Sekunde. Dadurch erhalten Zielfotos eine höhere Auflösung. Dies hilft den Kampfrichtern und Zielbildbedienern, bei knappen Einlaufreihenfolgen die Position der Athleten noch schneller und genauer zu bestimmen.

Hayek lobt Sion 2026

Hayek machte deutlich, dass das olympische Engagement der Swatch Group nicht über die Zeitmessung hinausgehen werde. So werde Omega eine Schweizer Kandidatur von Sion 2026 nicht finanziell unterstützen. Persönlich finde er die Kandidatur aber «eine gute Sache. Die Schweiz sollte das wagen», sagte Hayek. Davon profitiere auch der Schweizer Tourismus.

Das Jahr 2032 bei der Vertragsverlängerung hat für die Swatch Group eine symbolische Bedeutung. Dann wird es hundert Jahre her sein, dass Omega den ersten Auftritt als offizieller Zeitnehmer an Olympischen Spielen hatte. 1932 gehörte die Luxusuhrenmarke zwar noch nicht zur Swatch Group mit Sitz in Biel. Damals reichten aber dreissig Stoppuhren dafür, die Zeiten sämtlicher Wettkämpfe zu messen.

Wie sehr sich die Zeiten seither geändert haben, zeigt die Materialausgabe für Rio 2016: 450 Tonnen Ausrüstung und 200 Kilometer Kabel waren dazu nötig, die Sommerspiele reibungslos durchzuführen.

Berner Zeitung

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