Zum Hauptinhalt springen

Nun sprudeln bei BP wieder die Gewinne

Der Ölmulti BP hat das zweite Quartal 2011 mit einem Reingewinn von 5,31 Milliarden Dollar abgeschlossen. Im letzten Jahr hatte die Ölkatastrophe noch einen Quartalsverlust von 17 Milliarden verursacht.

Die Benzinpreise sind seit Monaten hoch: BP-Tankstelle in Oftringen AG. (4. November 2010)
Die Benzinpreise sind seit Monaten hoch: BP-Tankstelle in Oftringen AG. (4. November 2010)
Keystone

Der britische Ölmulti BP findet auch ein Jahr nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht auf seine frühere Erfolgsspur zurück. Zwar schloss er das zweite Quartal 2011 mit einem Milliardengewinn ab. Die Anleger zeigten sich dennoch enttäuscht.

Nach einem Verlust von fast 17 Milliarden Dollar im Vorjahr gelang BP im zweiten Quartal 2011 mit einem Gewinn von 5,3 Milliarden die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Anleger vermissen jedoch eine Strategie, die auch künftig sprudelnde Ölgeschäfte sichert.

Die gescheiterte Kooperation mit dem russischen Staatskonzern Rosneft für die Ölförderung in der Arktis hat zuletzt Fragen aufgeworfen, wo der Konzern andere Lagerstellen ausbeuten kann. Die Förderung war im zweiten Quartal um elf Prozent zurückgegangen.

Wartungsarbeiten und Ausfälle

BP teilte mit, Wartungsarbeiten an einigen Plattformen in der Nordsee und in Angola sowie andauernde Ausfälle im Golf von Mexiko hätten im abgelaufenen Quartal die Produktion belastet. Dieser Effekt werde sich auch im zweiten Halbjahr auswirken. BP-Aktien reagierten mit Abschlägen von 2,6 Prozent und zählten zu den zweitgrössten Verlierern im FTSE-100-Index.

Der neue BP-Chef Bob Dudley versuchte die Investoren davon zu überzeugen, dass BP langfristig Wachstum schaffen wird. Im Fokus stehe, neue Reserven noch in diesem Jahr anzuzapfen, um die Performance nächstes Jahr und 2013 zu verbessern. «Wir setzen uns dafür ein, dass sich der wahre Wert des Geschäftes stärker in unserem Aktienkurs widerspiegelt», sagte Dudley.

Konzern aufspalten

Viele Anleger sind mit der Aktienkursentwicklung von BP unzufrieden. Trotz der Anstrengungen der Briten, die Ölkatastrophe ad acta zu legen, hat sich der Kurs im abgelaufenen Dreivierteljahr kaum verbessert. Einige Analysten, Banker und Investoren denken mittlerweile laut darüber nach, ob es für BP nicht das Beste wäre, den Konzern aufzuspalten, um die Bewertung wieder zu verbessern.

BP erwirtschaftete in den abgelaufenen drei Monaten den Angaben nach einen Nettogewinn vor Bestandswertveränderungen von 5,31 Milliarden Dollar. Die Produktion von Gas und Öl sank um elf Prozent auf 3,43 Millionen Barrel Öläquivalente täglich. BP verkaufte Ölfelder, um mit den Einnahmen die Folgekosten der Katastrophe im Golf von Mexiko zu bezahlen.

Teure Katastrophe

Vor mehr als einem Jahr war die Bohrplattform «Deepwater Horizon» explodiert und hatte eine der schlimmsten Umweltkatastrophen in den USA ausgelöst. Damals floss fast drei Monate lang ungehindert Öl ins Meer und richteten an Flora, Fauna, in der Fischwirtschaft und im Tourismus grosse Schäden an.

BP erhöhte zudem die Schätzungen für die Folgekosten erneut um 500 Millionen Dollar. Allerdings dürfte die Belastung für das Unternehmen insgesamt sinken, weil Partner von BP rund 1,1 Milliarden Dollar übernehmen.

BP taxiert die Kosten für des Schliessung des Öllecks an der Plattform «Deepwater Horizon», die Beseitigung der Umweltschäden und die Entschädigung von Betroffenen auf mehr als 41 Milliarden Dollar.

sda/dapd/rub

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch