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Novartis entgehen wegen Generika Milliarden

Trotz Preisdruck durch Generika ist Novartis auch im vergangenen Jahr gewachsen. Die Aktien legen zu. Auch die Löhne der Chef-Etage sind bekannt.

Novartis machte 2013 einen Gewinn von 9,3 Milliarden Dollar: Der Hauptsitz des Pharmaunternehmens in Basel.
Novartis machte 2013 einen Gewinn von 9,3 Milliarden Dollar: Der Hauptsitz des Pharmaunternehmens in Basel.
Reuters

Der Umsatz von Novartis legte 2013 um 2 Prozent auf 57,9 Milliarden Dollar zu. Zu konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz um 4 Prozent gestiegen, wie Novartis heute mitteilte. Die Einbussen durch die Konkurrenz von Generika hätten sich auf 2,2 Milliarden Dollar belaufen, schreibt Novartis weiter. Diese Konkurrenz hätte vor allem die Medikamente Zometa/Aclasta und Diovan betroffen.

Der Gewinn blieb mit 9,3 Milliarden Dollar fast konstant (–1 Prozent). Zu gleichen Wechselkursen hätte er um 7 Prozent zugelegt. Das operative Ergebnis belief sich auf 10,9 Milliarden Dollar, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang um 3 Prozent entspricht. Auch hier waren Währungseffekte entscheidend: Zu konstanten Wechselkursen hätte eine Zunahme um 5 Prozent resultiert.

Novartis erhielt im vergangenen Jahr Zulassungen für 18 neue Medikamente. Neu zugelassen wurde das Medikament Ultibro Breezhaler, das bei der Lungenkrankheit COPD eingesetzt wird, sowie das Medikament Bexsero gegen Infektionskrankheiten.

Vasellas Nachfolger ist etwas bescheidener

13,23 Millionen Franken hat Novartis seinem Geschäftsführer Joseph Jimenez für dessen Tätigkeiten im vergangenen Jahr bezahlt. Damit hat sich dessen Lohn gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Im Betrag enthalten sind neben einem Fixgehalt von 2,06 Millionen Franken variable Vergütungen aus kurz- und langfristigen Anreizprogrammen.

Die zweithöchste Entschädigung wurde an Pharmachef David Epstein ausbezahlt, der insgesamt 9,27 Millionen Dollar erhielt, was rund 8,32 Millionen Franken entspricht. Drittbestbezahlter Novartis-Manager ist Mark C. Fishman, der dem Novartis-Institut für Biomedizinische Forschung vorsteht. Er erhielt 7,54 Millionen Dollar, was 6,77 Millionen Franken entspricht.

Der gesamten aus elf Personen bestehenden Novartis-Geschäftsleitung wurden für das vergangene Jahr Entschädigungen in der Höhe von 67,7 Millionen Franken ausbezahlt. Dies geht aus dem Geschäftsbericht des Pharmakonzerns hervor.

Von allen Verwaltungsratsmitgliedern erhielt der frühere Präsident Daniel Vasella nach wie vor die höchste Entschädigung. Ihm wurden insgesamt 2,98 Millionen Franken ausbezahlt – obwohl er nur bis Ende Februar im Amt war. Für die anschliessende «Übergangszeit» bekam er 5,1 Millionen. Künftig werden Vasella für Beratungsdienste 25'000 Dollar pro Arbeitstag ausbezahlt. Ein Minimum von 250'000 Franken ist ihm für die Jahre 2014, 2015 und 2016 garantiert.

Vasellas Nachfolger Jörg Reinhardt, der seit August im Amt ist, erhielt 1,90 Millionen Franken.

Novartis-Aktien legen zu

Die Novartis-Aktien haben nach der Publikation des Jahresergebnisses zugelegt. Mit einem Plus von 0,7 Prozent standen sie kurz vor 10.30 Uhr leicht höher als der Gesamtmarkt (SMI), der 0,44 Prozent zulegte. Die Ergebnisse haben im grossen und ganzen den Erwartungen der Analysten entsprochen. Etwas über den Schätzungen fiel dabei die Dividendenausschüttung aus.

«Solide Zahlen» attestiert UBS-Expertin Alexandra Hauber dem Pharmakonzern in einem ersten Kommentar. Die Umsätze und Margen im Pharmageschäft seien innerhalb der Prognosen ausgefallen, die Augenheilsparte Alcon habe allerdings ein schwaches viertes Quartal gehabt, schreibt sie. Positiv kommentiert sie zudem den «soliden Ausblick» für 2014.

Ein «positives Signal» sende zudem die Dividendenerhöhung um 7 Prozent aus. Sie bleibt bei ihrer Kaufempfehlung für die Novartis-Titel.

«In grossen Schritten»

Positiv bleibt auch ZKB-Experte Michael Nawrath: Eine negative Überraschung habe er bei keiner Division feststellen können. Der Margendruck bei Alcon sei durch Neulancierungen zu erklären, was positiv bewertet werden sollte.

Entscheidend sei nun das Wachstum der jüngeren Produkte, eine weiterhin starke Pipeline und ein überdurchschnittliches Wachstum in den Entwicklungsländern. Der ZKB-Experte erwartet von dem angekündigten Konzernumbau eine Verbesserung der Profitabilität «in grossen Schritten» und bleibt bei der Empfehlung «Übergewichten».

Skeptischer gibt sich dagegen Vontobel-Analyst Andrew Weiss, auch wenn er die Resultate ebenfalls etwa im Rahmen der Erwartungen sieht. Bei den einzelnen Medikamenten habe vor allem der Gilenya-Umsatz etwas enttäuscht, auf der anderen Seite habe Lucentis weniger stark als erwartet unter dem Markteintritt neuer Konkurrenten gelitten habe, beobachtet er.

Weiterhin sieht er aber zahlreiche Herausforderungen für das Novartis-Geschäftsmodell, wobei er weitere Wachstumsabschwächungen bei den Hauptumsatzträgern erwartet.

SDA/ldc

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