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Neuer Jobindex leuchtet die ganze Breite des Stellenmarkts aus

Uni Zürich und Adecco erhoffen sich von ihrem Barometer eine genauere Vorhersage der Beschäftigungsentwicklung.

Der Schweizer Stellenmarkt wird künftig noch eingehender untersucht und analysiert. Vor allem aber sollen die Ergebnisse dieser Arbeiten künftig regelmässig, nämlich vierteljährlich publiziert werden. Darauf haben sich das Soziologische Institut der Universität Zürich und der Personaldienstleister Adecco Switzerland verständigt. Kernstück dieser Zusammenarbeit ist der «Adecco Swiss Job Market Index», der die Veränderungen bei der Zahl der öffentlich ausgeschriebenen Stellen viermal pro Jahr nachzeichnen wird.

Der neue Stellenmarktindex besteht aus drei Teilindizes, die sich auf die wichtigsten Kanäle für Stellenausschreibungen beziehen: Unternehmens-Websites, Jobportale und Presse. Eben darin liege die Einzigartigkeit dieses Indexes, führte Marlis Buchmann, Professorin am Soziologischen Institut, am Freitag vor Medienvertretern aus: Er beschreibt die Entwicklung auf dem Markt für Stellenangebote in einer bislang nicht gekannten Breite, und er zeigt darüber hinaus, wie (unterschiedlich) sich die einzelnen Ausschreibungskanäle im Zeitablauf entwickeln. Mehrfach ausgeschriebene Stellen werden dabei herausgerechnet respektive anteilsmässig auf die Teilindizes verteilt.

Weitere Abwanderung ins Internet

Aus den bis 2003 zurückreichenden Daten wird deutlich, wie die Websites der einzelnen Firmen zum wichtigsten Ausschreibungskanal für offene Stellen avanciert sind. Während die Jobportale ebenfalls kontinuierlich zulegen konnten bis zum Höhepunkt im Juni 2008, war der Verlauf des Pressekanals weitaus verhaltener: Vom Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt profitierten die Stellenanzeiger erst ab 2006, und bereits seit Frühling 2008 verzeichnet die Presse eine rückläufige Entwicklung bei den Stellenausschreibungen. Alexander Salvisberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Soziologischen Institut, geht davon aus, dass sich der Stellenmarkt in den kommenden Jahren noch stärker von den gedruckten Medien ins Internet verlagern wird.

Der neue Adecco-Index gibt auch Aufschluss über die regionale Entwicklung, nämlich für die Deutschschweiz sowie für die West- und Südschweiz. Dabei zeigt sich, dass die Zahl der ausgeschriebenen Stellen in der Romandie und im Tessin bereits im zweiten Quartal 2008 um rund 10 Prozent eingebrochen und im dritten Quartal erneut leicht geschrumpft ist. Die Deutschschweiz hingegen wies im zweiten Quartal noch eine Zunahme um gut 6 Prozent auf und registrierte dann im dritten Quartal eine Einbusse von rund 8 Prozent zu. Für das vierte Quartal erwartet Salvisberg für die gesamte Schweiz eine anhaltende Abwärtsentwicklung, die durch saisonale Einflüsse und die Finanzkrise noch verstärkt werden dürfte.

Frühwarnsystem für Arbeitsmarkt

Die Datenmaterial des neuen Indexes basiert auf dem Stellenmarkt-Monitor Schweiz, den das Soziologische Institut seit 1950 erstellt. Ausgewertet werden inzwischen – jeweils in einer Stichwoche in den Monaten März, Juni, September und Dezember – 90 Pressetitel aus sämtlichen Schweizer Regionen, 880 Internetseiten von öffentlichen und privaten Unternehmen über alle Grössen und Branchen hinweg sowie die 12 wichtigsten Jobportale hier zu Lande.

Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren, so Salvisberg, hätten gezeigt, dass der Stellenmarkt-Monitor ein vorauseilender Indikator für die Entwicklung auf dem hiesigen Arbeitsmarkt sei: Seine Vorlaufzeit betrage drei bis vier Quartale. Somit könnte der im Adecco-Index zur Jahresmitte 2008 angedeutete Wendepunkt bei den Stellenausschreibungen ab nächstem Frühling in einen Beschäftigungsrückgang münden. Der nächste Indexstand wird im Februar 2009 veröffentlicht.

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