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Neuer Chef setzt Rotstift an: Bei Julius Bär fallen Hunderte Jobs weg

300 Stellen bei der Privatbank sollen weltweit wegfallen, bis zu 200 davon in der Schweiz. Mit dem Schritt sollen Kosten gespart werden.

Vier Monate im Amt: Philipp Rickenbacher will den Ertrag steigern. (www.juliusbaer.com)
Vier Monate im Amt: Philipp Rickenbacher will den Ertrag steigern. (www.juliusbaer.com)

Der neue Chef von Julius Bär greift bei der Privatbank zu einschneidenden Massnahmen und streicht weltweit 300 Stellen. Geplant sei dies noch im laufenden Jahr, sagte ein Sprecher der Bank am Montag. Bis zu 200 Stellen sollen in der Schweiz wegfallen. Der Schritt ist Teil der Strategie des neuen Bankchefs Philipp Rickenbacher, der im September das Ruder bei der drittgrössten Schweizer Privatbank übernommen hat. Er will die Kosten bei den Institut um 200 Millionen Franken reduzieren.

Im vergangenen Jahr hat die Bank weniger Gewinn erzielt als im Vorjahr und blieb beim Zufluss von Neugeldern unter den eigenen Zielsetzungen. Der Konzerngewinn verringerte sich wegen Abschreibungen auf die italienische Tochter Kairos und wegen umfangreichen Rückstellungen für einen Rechtsstreit um DDR-Vermögen um 37 Prozent auf 465 Millionen Franken. Die Julius Bär-Aktionäre sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 1,50 Franken je Aktie erhalten. Zuvor war die Dividende fünf Jahre in Folge angehoben worden.

Nicht mehr Wachstum, sondern Gewinn im Vordergrund

Der Neugeldzufluss lag 2019 bei 10,6 Milliarden Franken - das entspricht einem Zufluss von 2,8 Prozent im Vergleich zu den gesamten verwalteten Vermögen. Damit blieb Julius Bär im vergangenen Jahr klar unterhalb des eigenen Zielbereichs eines Zuflusses von 4-6 Prozent. Die Bank musste nicht zuletzt deutliche Abflüsse bei Kairos hinnehmen.

Künftig will sich der neue Chef Rickenbacher nicht mehr am Wachstum bei neuen Kundengeldern messen lassen, sondern am Gewinn. "Wir werden unseren Führungsschwerpunkt von einer Netto-Neugeld-Strategie zu nachhaltiger Gewinnsteigerung verlagern", sagte er. Der bereinigte Gewinn vor Steuern soll bis 2022 jährlich um über zehn Prozent steigen. Dieses Ziel ist neu. Bei der bereinigten Vorsteuermarge hält Rickenbacher hingegen am bereits bestehenden Ziel fest und strebt weiterhin eine Bandbreite von 25 bis 28 Basispunkten an.

(mit Material von AWP)

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