Möbelmarke Toptip steht offenbar vor dem Aus

Coop soll die bisherigen Toptip-Filialen schon bald durch neue «Wohnwelten» mit dem Namen Livique ersetzen.

Die Möbelmarke Toptip ist nicht mehr aktuell und soll gemäss Informationen von 20min.ch durch neue Einrichtungshäuser ersetzt werden. (Keystone/Martin Ruetschi)

Die Möbelmarke Toptip ist nicht mehr aktuell und soll gemäss Informationen von 20min.ch durch neue Einrichtungshäuser ersetzt werden. (Keystone/Martin Ruetschi)

Wenn Coop ein neues Ladenformat lanciert, gibt sich der Detailhändler im Vorfeld gern geheimnistuerisch. So war es vor dem Start des Take-away-Konzepts Coop-to-go, beim Vegi-Shop Karma oder beim Spezialitätenladen Sapori d’Italia. Und auch diesmal versucht Coop, es spannend zu machen. In einer Medieneinladung für Anfang September schreibt Coop: «Wir lüften wieder einen Vorhang. Für ein neues Format? Beinahe.» Den Ort des Geschehens verrät Coop noch nicht, kündigt aber an, dass CEO Joos Sutter mit dabei ist.

Bei der Neulancierung dürfte es sich laut Informationen von 20min.ch um eine Möbelmarke handeln. Einträge beim Institut für geistiges Eigentum zeigen, dass sich Coop die Marke Livique gesichert hat. Dies unter anderem für die Zwecke «Dienstleistungen des Einzelhandels im Bereich Möbel», «Handel übers Internet» sowie für Deko und Einrichtungsartikel von Lampen über Kerzen bis Vorhänge. Coop gehört auch die Domain Livique.ch.

Toptip gehörte einst Möbel Pfister

Wie 20min.ch aus Kreisen von Möbellieferanten erfahren hat, plant Coop offenbar, die aktuell 25 Einrichtungshäuser der in die Jahre gekommenen Marke Toptip in Livique-Wohnwelten umzubauen. Dabei setze Livique auf qualitativ höherwertige Möbel sowie ein Konzept mit Digitalisierung und Personalisierung. Konkret sollen sich Kunden ihre Möbel auf Touchscreens selber zusammenstellen und mit einer Virtual-Reality-Brille anschauen können, heisst es. Die Marke Toptip wurde vor über 30 Jahren durch Möbel Pfister lanciert und 1994 an Coop verkauft.

Auf Anfrage will Coop die Pläne für die neuen Einrichtungshäuser weder bestätigen noch dementieren und verweist auf die Medienkonferenz im September. Sprecher Urs Meier meint lediglich: «Es ist sicher so, dass Coop immer für eine Überraschung gut ist.» Bekannt ist weder der Ort des Medienanlasses noch der Standort der ersten Livique-Filiale, sollten sich die Pläne bestätigen. Es könnte sich aber um Oberentfelden nahe Aarau handeln. Dort hat Coop zuletzt Umbauarbeiten vorgenommen und mit der Neugestaltung der Filiale begonnen.

Sorgen wegen Ikea und Einkaufstourismus

Der Schweizer Möbelmarkt ist hart umkämpft, was sich auch an den seit Jahren rückläufigen Zahlen zeigt. Zusammen mit dem Lampenshop Lumimart hat Toptip 2017 einen Umsatz von 192 Millionen Franken erzielt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 262 Millionen gewesen. Verantwortlich dafür sind unter anderem Auslandeinkäufe, Preiskampf und Onlinehandel sowie der sich breit machende Möbelriese Ikea. Im letzten Geschäftsjahr erzielte Ikea mit seinen neun Schweizer Filialen einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Franken.

Ein ähnliches Schicksal wie Toptip ereilte die Migros-Möbelmarke Interio. Bei ihr schrumpfte der Umsatz in den letzten zehn Jahren von 287 Millionen Franken auf zuletzt 154 Millionen. Darum muss auch für die Interio-Filialen eine strategische Neuausrichtung her, die am Dienstag im Beisein von Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen den Medien präsentiert wird. Die neue Interio-Welt soll den Online-Kanal und den stationären Handel verknüpfen, wobei ein Online-Shop in 3-D sowie Möbel-Konfiguratoren zum Konzept gehören. Anders als Coop macht die Migros kein Geheimnis aus dem Standort: Die erste neue Interio-Filiale steht in Spreitenbach.

(Artikel übernommen von 20min.ch, bearbeitet von Bernerzeitung.ch/Newsnetz)

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