Migros erzielt Rekordumsatz

Der «orange Riese» konnte den Umsatz um knapp zwei Prozent steigern. Onlinehandel brummt, doch Globus muss einen Dämpfer verrechnen.

Neuer Rekordumsatz: Die Migros-Filiale am Flughafen Zürich. (Archiv)

Neuer Rekordumsatz: Die Migros-Filiale am Flughafen Zürich. (Archiv)

(Bild: Keystone Melanie Duchene)

Nach Coop hat auch die Migros im vergangenen Jahr ein neues Rekordergebnis eingefahren. Insgesamt erzielte die Migros einen Umsatz von 28,4 Milliarden Franken. Das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Detailhandel kletterte der Umsatz um 1,9 Prozent auf 23,7 Milliarden Franken, wie der «orange Riese» am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Davon setzten die zehn regionalen Genossenschaften im In- und Ausland 15,9 Milliarden Franken um. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit einem Gesamtumsatz von 28,4 Milliarden Franken ist die Migros-Gruppe trotz neuem Rekord immer noch kleiner als Erzrivalin Coop, die im vergangenen Jahr den Umsatz um 5 Prozent auf 30,7 Milliarden Franken steigern konnte und damit erstmals die Marke von 30 Milliarden knackte. Wachstumstreiber war bei Coop der Grosshandel.

In der Schweiz bleibt die Migros allerdings mit Abstand die Nummer eins im Detailhandel mit einem Umsatz von schätzungsweise deutlich über 20 Milliarden Franken. Genaue Zahlen hierzu liefert die Migros nicht mehr. Coop hat im vergangenen Jahr im Schweizer Detailhandel einen Umsatz von 17,8 Milliarden Franken gemacht.

Onlinehandel brummt

Schub verlieh der Migros der Internethandel, wo Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen Potential sieht und Gas geben will: Im Onlinehandel kletterte der Umsatz um knapp 10 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken. Davon entfielen 953 Millionen auf das Onlinewarenhaus Digitec Galaxus, das ein Wachstum von gut 14 Prozent hinlegte. Digitec Galaxus hat das Produktesortiment mehr als verdoppelt.

Damit ist die Migros unangefochten der grösste Schweizer Online-Detailhändler. Zum Vergleich: Coop erzielte hier einen Umsatz von 782 Millionen Franken.

Globus mit Dämpfer

Derweil harzte es bei der Migros-Warenhausgruppe Globus, deren Umsatz um 5,7 Prozent auf noch 808 Millionen Franken fiel. Schuld am Umsatztaucher waren Restrukturierungen. So wurden die Kleiderläden von Herren Globus und Schild einem Umbau unterzogen, wodurch einzelne Geschäfte wochenlang geschlossen waren. Flächenbereinigt wäre der Umsatz der Globus-Gruppe indes um 0,4 Prozent gestiegen.

In den traditionellen Super- und Verbrauchermärkten der Migros nahm der Umsatz um 1,5 Prozent auf 11,8 Milliarden Franken zu. Treiber sei gewesen, dass mehr Kunden in die Läden gekommen seien, schrieb die Migros weiter. Im Vorjahr hatte die Migros einen Umsatzrückgang hinnehmen müssen. Regionale und nachhaltige Produkte hätten sich ungebrochener Beliebtheit erfreut, hiess es nun.

Zudem hat die Migros 26 neue Läden eröffnet. Das Migros-Verkaufsnetz vergrösserte sich damit auf 727 Standorte.

Denner kräftig gewachsen

Derweil klingelten bei Denner die Kassen. Der Discounter konnte den Umsatz um 4,3 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken steigern. Das sei eine sehr gute Entwicklung, hiess es. Der Erfolg ist laut Denner der Erneuerung von Läden und Sortiment zu verdanken. So seien mehr frische und nachhaltige Produkte im Angebot.

Die Fachmärkte Micasa, SportXX, Melectronics, Do it Garden und OBI erzielten ein Wachstum von 1 Prozent. Das ist vor allem auf den florierenden Internetabsatz zurückzuführen, der um etwa ein Viertel in die Höhe schoss.

Der Möbelhändler Interio dürfte indes erneut einen Dämpfer erlitten haben. Genaueres will die Migros an ihrer Bilanzmedienkonferenz bekannt geben. Generell kämpft die ganze Möbelbranche in der Schweiz seit Jahren mit sinkenden Umsätzen. In der Migros-Industrie sank der Umsatz wegen des Verkaufs des Abholgrosshändlers CCA Angehrn um 1,2 Prozent. Ohne den Verkauf wäre der Umsatz um 2,8 Prozent gestiegen.

Der Reiseveranstalter Hotelplan trotzte den Turbulenzen der Branche wie Airlinepleiten ebenso wie dem Brexit, der die Kaufkraft der Briten schwächt. Auch der heisse Traumsommer hierzulande, der nicht zum Verreisen einlud sowie die Buchungsflaute durch die Fussball-WM konnten das Wachstum von Hoteplan nicht stoppen. Die Hotelplan-Gruppe verbesserte den Nettoumsatz um 3,9 Prozent auf 1,26 Milliarden Franken.

red/sda

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt