Manor steigt in den Internet-Handel für Esswaren ein

Die Warenhauskette arbeitet mit Farmy zusammen, einem Online-Händler für Bioprodukte.

Die Kooperation mit Farmy sei eine gute Möglichkeit, um die Reichweite der eigenen Bio-Marke zu erhöhen, sagt Manor-Chef Jérôme Gilg. Foto: Keystone

Die Kooperation mit Farmy sei eine gute Möglichkeit, um die Reichweite der eigenen Bio-Marke zu erhöhen, sagt Manor-Chef Jérôme Gilg. Foto: Keystone

Jon Mettler@jonmettler

Manor hat bei den Lebensmitteln den Einstieg in den Online-Handel verschlafen. Doch nun will die Warenhauskette gegenüber Coop und Migros aufholen. Aus diesem Grund lanciert Manor heute eine Partnerschaft mit Farmy, einer Online-Handelsplattform für regionale Frischeprodukte. Manor bietet ab sofort auf Farmy.ch 130 Produkte der eigenen Biomarke schweizweit an. Dazu gehören in erster Linie Waren wie Mehl, Honig und ­Olivenöl.

In Zürich, Lausanne und Genf liefert Farmy die bestellte Ware mit Elektromobilen selbst aus. Andernorts arbeitet das Jungunternehmen aus Zürich mit externen Logistikpartnern zusammen. Die Kunden können ihre Lieferung dabei auf dem Smartphone über eine App verfolgen.

Die Kooperation mit Farmy sei eine gute Möglichkeit, um sowohl geografisch zu expandieren als auch einen weiteren Absatzkanal zu erschliessen, sagt Manor-Chef Jérôme Gilg: «Wir können so die Reichweite unserer Bio-Eigenmarke erhöhen.»

Zwar führt die Warenhauskette 1700 Lebensmittel in ihrem Sortiment, doch diese sind nur an den festen Verkaufsstellen erhältlich. Auf der Website beschränkt sich das Online-Angebot lediglich auf Weine, Spirituosen und Non-Food-Artikel.

Migros krempelt um

Allerdings ist der Online-Markt im Food-Bereich ein schwieriges Pflaster. Die Platzhirsche Migros mit Leshop.ch und Coop mit Coop@home.ch beherrschen den Online-Handel für Lebensmittel. Die Umsätze wachsen jedes Jahr nur spärlich. Leshop.ch kam im vergangenen Jahr auf einen Absatz von 185 Millionen Franken, Coop@home.ch auf 151 Millionen Franken. Das zeigen aktuelle Zahlen des Marktforschers GFK Schweiz. Zum Vergleich: Farmy erwirtschaftete einen Umsatz von 8 Millionen Franken. Das Unternehmen ist damit bereits der drittgrösste Online-Shop für Esswaren in der Schweiz.

Die Migros hat auf die schwierige Situation reagiert. Wie im Frühling bekannt wurde, krempelt der orange Riese seinen Online-Handel für Lebensmittel um. Leshop.ch soll näher an den Mutterkonzern rücken. Ausserdem plant der Detailhändler, das digitale Wissen von Genossenschaftsbund und Leshop.ch zu bündeln. Die Reorganisation soll im nächsten Jahr in Kraft treten.

Manor-Chef Gilg glaubt vor dem Hintergrund eines zunehmenden Umweltbewusstseins, mit Bioprodukten die richtige Strategie zu verfolgen. Er verweist auf die steigende Nachfrage in der Schweiz. Die Betriebe, welche im Dachverband Bio Suisse zusammengeschlossenen sind, erwirtschafteten im vergangenen Jahr mit zertifizierten Lebensmitteln einen Umsatz von über 3 Milliarden Franken. Gegenüber dem Jahr 2017 bedeutet das eine Zunahme von 13 Prozent.

Auf den gesamten Lebensmittelmarkt gerechnet, bedeuten die Umsatzzahlen, dass jedes zehnte verkaufte Lebensmittel das Label von Bio Suisse trägt. Bei frischen Produkten wie Eiern und Brot ist es sogar mehr als jeder vierte Artikel.

Farmy wurde im Jahr 2014 von Tobias Schubert und Roman Hartmann gegründet und mit Unterstützung von Investoren aufgebaut. Dazu gehört unter anderem der Denner-Erbe Fabio Borzatta, wie 2017 bekannt wurde. Die Geldgeber schossen damals 5 Millionen Franken ein.

Der Online-Laden hat sich auf den Verkauf auf Lebensmitteln spezialisiert, die aus regionalem und biologischem Anbau stammen. Lieferanten sind Bauernhöfe und Hersteller von Frischeprodukten. Dank der Zusammenarbeit mit Manor könne Farmy das Angebot deutlich erweitern, sagt Co-Chef Hartmann.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt