Mallorca-Flüge kosten bis zu zweimal mehr

Nach dem Konkurs von Air Berlin werden Inselferien ab der Schweiz teurer. Wer in die Bresche springen könnte.

«Bis zu 600 Franken»: Die Übernahme von Air Berlin durch Lufthansa sorgt für Preisanpassungen. (Archivbild)

«Bis zu 600 Franken»: Die Übernahme von Air Berlin durch Lufthansa sorgt für Preisanpassungen. (Archivbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Ferien auf Mallorca kommen viele Schweizer Reisende dieses Jahr teuer zu stehen. Der Grund: die Übernahme von grossen Teilen Air Berlins durch die Lufthansa und der Wegfall von Belair und Niki in der Schweiz. «Heute kann man für ein Economy-Ticket, das vor der Pleite rund 200 Franken gekostet hat, bis zu 600 Franken zahlen», sagt Hotelplan-Chef Thomas Stirnimann mit Blick auf die Strecke Zürich–Palma de Mallorca.

Ähnlich tönt es bei DER Touristik Suisse, zu der Kuoni gehört. Es spiele der Markt, sprich die Nachfrage treffe auf ein geringeres Angebot, heisst es aus der Pressestelle. Am günstigsten kommen Kunden weg, deren Veranstalter ganze Maschinen gechartert haben – dies gilt eher als Auslaufmodell in der Branche.

Das Sitzplatzangebot im Januar ist laut provisorischen Zahlen des Flughafens Zürich auf der Strecke im Vergleich zum Vorjahr um fast 18 Prozent gesunken. Zwar stocken die Gesellschaften Germania und Edelweiss Flüge auf. Das mache den Ausfall von Air Berlin aber nicht wett, sagt Philippe Erhart, Chef des auf Mallorca-Reisen spezialisierten Anbieters Universal-Reisen in Vaduz. Erhart rechnet für das ganze Jahr mit weniger Sitzplätzen und höheren Preisen ab Zürich. Ähnlich, wenn nicht schlimmer, sieht es ab Basel aus, wo die Strecke vorwiegend von zwei Airlines, nämlich Easyjet und Tuifly, bedient wird.

Kann Belair die Lücke füllen?

Die starken Preisunterschiede seien den Kunden schwer zu vermitteln, sagt Erhart. Selbst bei der Billigairline Easyjet müssten Reisende über Ostern 450 Franken für den einfachen Flug hinblättern. «Die Kunden sind aber rund 350 Franken Flugpreis für beide Strecken gewöhnt.» Die Hoffnungen der Veranstalter ruhen nun auf neuen Anbietern. Etwa der gegroundeten und jüngst von Air Berlin verkauften Belair. «Wenn Belair wieder fliegt, wäre sie ein möglicher Kandidat, um die Lücke zu füllen», sagt Stirnimann.

Die Airline verhandelt derzeit mit diversen grossen Reisekonzernen wegen Charterflügen. Allerdings scheint sich der Start bis in den Sommer hinauszuzögern, wie die «Nordwestschweiz» berichtete. (SonntagsZeitung)

Erstellt: 11.02.2018, 11:41 Uhr

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