Zum Hauptinhalt springen

Lufthansa streicht zwei Drittel aller Flüge

Mit vollem Schub steuert die Lufthansa auf einen landesweiten Streik ihres Kabinenpersonals zu. Der Flugkonzern kündigte an, am Freitag zwei Drittel aller Flüge zu streichen.

Wird am Freitag selten zu sehen sein: Ein Lufthansa-Flieger beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf. (7. September 2012)
Wird am Freitag selten zu sehen sein: Ein Lufthansa-Flieger beim Anflug auf den Flughafen Düsseldorf. (7. September 2012)
Keystone

Die Lufthansa streicht zwei Drittel ihrer für Freitag geplanten Flüge. Das gab das Unternehmen heute Abend bekannt. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hatte zuvor für den gleichen Tag einen ganztägigen bundesweiten Streik angekündigt.

Nach zwei Streikwellen mit mehr als 500 Flugausfällen wichen sowohl die deutsche Airline wie auch die Gewerkschaft UFO kaum von ihrem harten Kurs ab. Allerdings schlossen sie ein Schlichtungsverfahren nicht mehr aus.

«Über eine Schlichtung können wir dann reden, wenn Einigkeit über den Gegenstand des Schlichtungsverfahrens besteht», sagte Lufthansa-Sprecherin Claudia Lange. Praktisch seien solche Verhandlungen nur zu Vergütungsfragen denkbar.

Nicht zur Debatte stehe aber die Frage, ob eine neue Gesellschaft gegründet werden könne. Das sei eine rein unternehmerische Entscheidung. Die Flugbegleiter befürchten unter anderem, in eine neue Gesellschaft mit schlechteren Löhnen ausgelagert zu werden.

Bei der zweiten Streikwelle am Dienstag in Berlin, Frankfurt und München waren mehr als 300 Flüge ausgefallen, 43'000 Passagiere mussten umgebucht werden oder konnten gar nicht fliegen.

Streik an verkehrsreichem Tag

Für den Freitag plant Konkurrent Air Berlin bereits den Einsatz grösserer Jets, Lufthansa könnte möglicherweise Maschinen der Töchter AUA und Swiss einsetzen. Die Deutsche Bahn stellt sich auf mehrere tausend zusätzliche Fahrgäste ein und will notfalls zusätzliche Züge einsetzen.

Arbeitsniederlegungen soll es am verkehrsreichen Freitag nach Worten von Gewerkschaftschef Nicoley Baublies an allen Lufthansa- Standorten geben. Er rechne damit, dass am Freitag mindestens die Hälfte aller Flüge gestrichen werde, falls Lufthansa sich nicht vorher zu einer Schlichtung bereitfände. Danach seien zunächst keine weiteren Streiks geplant, sondern eine Denkpause, kündigte der Gewerkschafter an.

Mit Verzögerungen und Ausfällen mussten Passagiere auch heute noch rechnen, weil die Ausfälle vom Dienstag noch nachwirkten. Auf ihrer Internetseite veröffentlichte die Lufthansa am Morgen eine Liste mit 27 gestrichenen Flügen von und nach Frankfurt und München, die für heute und morgen geplant waren.

Chaos in Grenzen

Insgesamt hielt sich das Chaos am Dienstag aber in Grenzen, wenn auch die Streiks an den beiden Drehkreuzen weltweite Folgen hatten. Die Lufthansa konnte nach Angaben eines Sprechers die Hälfte der betroffenen Fluggäste per SMS informieren und sagte Flüge früher ab. In der Folge stabilisierte sich der Betrieb schneller.

Lufthansa hatte einige Maschinen bereits am Montagabend im Ausland stehen lassen und konnte sie nun in der Nacht auf heute mit ausgeruhten Crews wieder in Richtung ihrer deutschen Drehkreuze einsetzen.

UFO fordert fünf Prozent mehr Lohn, das Ende des Einsatzes von Temporärkräften und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine konzerninterne Billigtochter und will die Gehaltsstufen abflachen.

SDA/ses

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch