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Kursschocks in ganz Europa

Die schlechten Vorboten aus Asien haben an Europas Börsen panikartige Ausverkäufe ausgelöst.

In der Schweiz stand der SMI kurz vor Mittag gegenüber dem Vorabend bis zu gut sieben Prozent tiefer. In Deutschland stürzte der DAX um bis zu 9,3 Prozent ab. Der Euro ging gegen den Franken in den freien Fall über.

Der neuerliche Niedergang begann in Asien - trotz freundlicher Vorlage aus New York. Dort hatte der Dow-Jones-Index ausgewählter Industriewerte den Vortag mit einem Plus von 2,02 Prozent bei 8691 Franken beschlossen. In Asien breiteten sich neue Rezessionsängste aus: Die boomenden Wirtschaften von Schwellenländern könnten sich abschwächen, wurde etwa befürchtet. In Japan stürzte der Nikkei-Index gegen den Vortag um 9,6 Prozent ab und schloss erstmals seit Mai 2003 unter der 8.000-Zähler-Marke, nämlich bei nur noch 7649 Punkten. Hier hatte das Erstarken des Yens vor allem die Aktien exportorientierter beeinträchtigt, weil der starke Yen die Ausfuhren verteuert. Zuletzt hatte der Nikkei im Mai 2003 unter 8000 Punkten gelegen. Die Börse in Südkorea schloss erstmals seit mehr als drei Jahren unter 1000 Punkten: Der Leitindex Kospi in Seoul fiel um 10,6 Prozent auf 938,75 Zähler. In Hongkong fiel der Hang Seng um 6,6 Prozent. Scharfe Kursrückgänge verzeichneten auch die Märkte in Thailand und Indonesien sowie auf den Philippinen.

Die Panik griff auf Europa über. In der Schweiz fiel der Swiss Market Index (SMI) bei Handelsaufnahme um 4,04 Prozent auf 5655 Punkte. Sein Verlust weitete sich rasch aus, und am Vormittag stand er bei 5473 Zählern, 420 Punkte oder 7,13 Prozent tiefer als am Vorabend.

Erneut gebeutelt wurde ABB, die bereits am Vortag für einen schwächeren Auftragseingang im dritten Quartal abgestraft worden war: Ihr Papier schlug um bis zu 17,24 Prozent auf 11,38 Franken ab. Credit Suisse tauchten um bis zu 14,08 Prozent auf 38,32 Franken. UBS stürzten um 11,52 Prozent auf den neuen absoluten Tiefstwert von 14,60 Franken ab. Auch die übrigen Finanzwerte erlitten massive Kursverluste. Kräftig zurückgestuft wurden auch der Luxusgüterkonzern Richemont und der Uhrenhersteller Swatch sowie die Indexschwergewichte Nestle, Novartis und Roche. Swisscom kam bei den SMI-Werten mit minus 3,2 Prozent noch am glimpflichsten davon.

Noch schlechter als dem SMI erging es andern europäischen Börsen. In Frankfurt stürzte der Deutsche Aktienindex (DAX) um bis zu 422 Punkte oder 9,34 Prozent auf 4.097,53 Zähler ab. Das war der tiefste DAX-Stand seit mehreren Jahren. In London stand der FTSE 100 am Vormittag 7,3 Prozent unter dem Vorabendwert, während der CAC 40 in Paris 6,6 Prozent abgab.

An den internationalen Devisenmärkten ging der Euro gegen den Franken in den freien Fall über. Kurz vor Mittag wurde er in Zürich zu 1,4424 Franken gehandelt, 5,19 Rappen billiger als am Vorabend (1,4943 Franken). Auch der Dollar gab um fast anderthalb Rappen nach und galt am Mittag noch 1,1513 (Vorabend: 1,1643) Franken.

AP/bru

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