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KPT erzielt ansehnlichen Gewinn

Nach roten Zahlen im Vorjahr weist die bernische KPT einen stolzen Gewinn von 56,8 Millionen Franken aus. Für das neue Sparmodell mit einer Versandapotheke entschieden sich bereits über 12'000 Versicherte.

KPT-Chef ­Reto Egloff posiert stolz im Innenhof des neuen Hauptsitzes.
KPT-Chef ­Reto Egloff posiert stolz im Innenhof des neuen Hauptsitzes.
Nicole Philipp

Die Krankenkasse KPT ist wieder gesund. Sie war zwar nicht schwer krank, schrieb aber 2016 einen Verlust von 14,2 Millionen Franken und erfüllte die vom Bundesamt für Gesundheit geforderte mittelfristige Zahlungsfähigkeit nicht mehr.

Jetzt gibt es bei der sogenannten Solvenz auf absehbare Zeit keine Vorbehalte mehr. Dank des erfolgreichen Geschäftsjahres 2017 übertrifft die zweitgrösste Krankenkasse im Kanton Bern nach Visana die ­Anforderungen der Aufsicht: Die Solvenzquote stieg von 112 auf 131 Prozent.

KPT hatte die Grundprämie (Erwachsene mit Franchise von 300 Franken im Standardmodell) per 2017 um 6 Prozent erhöht. Der Aufschlag war stärker als im Schnitt der Schweizer Krankenkassen. Gesamthaft sind die Prämieneinnahmen von KPT letztes Jahr um 2,2 Prozent gestiegen auf 1,74 Milliarden Franken. Dem stehen 1 Prozent tiefere Versicherungsleistungen von 1,60 Milliarden Franken gegenüber.

KPT-Chef Reto Egloff weist im Gespräch mit dieser Zeitung den Verdacht zurück, KPT habe die Prämien übermässig erhöht: «KPT als genossenschaftlich organisiertes Unternehmen kalkuliert die Prämien immer eng, wir haben kein Interesse an einer ­Gewinnmaximierung.»

In den vergangenen Jahren habe sie das Kostenwachstum im Gesundheitswesen aber unterschätzt. «Letztes Jahr war deshalb eine Korrektur nötig. Mit dem nun erzielten Überschuss stärkt die KPT ihre Reserven», sagt Egloff. Und: «Falls es weitere Überschüsse gibt, werden wir diese den Versicherten auf den Prämien zurückgeben.»

Profitiert hat die KPT 2017 auch von einem wesentlich höheren Gewinn auf ihren Kapital­anlagen, insbesondere wegen des guten Börsenjahres. Das Anlageergebnis stieg zum Vorjahr von 23,5 auf 61,9 Millionen. Unter dem Strich resultiert ein Gewinn von 56,8 Millionen Franken.

Prämien steigen weiter

Auf das laufende Jahr hat KPT die Standardprämie in der Grundversicherung um 3,1 Prozent erhöht. Sie lag damit unter dem Schnitt der Konkurrenz. Für 2019 nennt Egloff noch keine Zahl. Aber die Prämien werden steigen, weil Kosten im Gesundheits­wesen weiter zunehmen. «Wir gehen davon aus, dass unsere Erhöhung im Rahmen der allgemeinen Kostenentwicklung liegen wird», sagt Egloff.

Der KPT-Chef drängt darauf, dass die Politik es endlich schafft, «mehrheitsfähige Lösungen zu präsentieren, damit die Sparmassnahmen, die schon lange auf dem Tisch liegen, auch beschlossen werden können».

Den Vorschlag der CSS-Chefin, die Mindestfranchise von 300 markant auf 5000 bis 10'000 Franken zu erhöhen, zählt Egloff nicht zu den mehrheitsfähigen Lösungen.

Chancen für einen Konsens sieht Egloff anderswo. Es brauche eine Vielzahl von Massnahmen. Zum Beispiel sollten die Krankenkassen ihren Versicherten auch Medikamente vergüten dürfen, die diese im Ausland günstig eingekauft haben.

Dieses Territorialitätsprinzip müsse gelockert werden, fordert Egloff, ohne dass die Versicherten zu Medikamentenkäufen im Ausland gezwungen würden. Oder bei der Spitalplanung solle nicht mehr jeder Kanton einzeln verantwortlich sein. Es brauche grössere Planungsregionen, und die Kantone sollten die Spezialisierung der Spitäler vorantreiben.

Bei der KPT selber sieht Egloff in den nächsten Jahren bedeutende Einsparungen durch die weitere Automatisierung etwa bei Abrechnungen. Die dafür nötigen Investitionen kosten allerdings zuerst. So ist letztes Jahr der gesamte Betriebsaufwand um knapp 12 Prozent gestiegen. Dies vor allem für die Erneuerung der IT und die Kundenbetreuung.

Neues Sparmodell

Neu lanciert hat KPT ein Grundversicherungsmodell mit einer Kombination von Telemedizin und Medikamentenversand: Die Versicherten müssen sich hier zunächst telefonisch ans Beratungszentrum Medi 24 wenden, bevor sie medizinische Leistungen in Anspruch nehmen.

Werden Arzneimittel verschrieben, müssen die Versicherten die Medikamente via Versandapotheke Zur Rose beziehen. Zudem müssen sie Generika akzeptieren, sofern aus medizinischen Gründen nichts dagegenspricht und die Nachahmerprodukte günstiger sind als Originalpräparate. Dafür wirken Prämienrabatte von bis zu 20 Prozent.

Bereits über 12'000 Versicherte haben sich für dieses KPTwin.easy genannte Modell entschieden. Insgesamt ist die Zahl der Versicherten um 1,6 Prozent auf 428'000 gesteigen, in der Grundversicherung auf 385'000.

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