Konsumenten klagen gegen täuschende Aktionen

Fust, Interdiscount, M-Electronic und Conforama sind in der Westschweiz wegen mutmasslich irreführender Preisangaben unter Beschuss.

Mehrere Detailhändler wurden auf Unregelmässigkeiten geprüft: Eine XXL-Filiale des Elektronikunternehmens Interdiscount in Zürich. (Archiv)

Mehrere Detailhändler wurden auf Unregelmässigkeiten geprüft: Eine XXL-Filiale des Elektronikunternehmens Interdiscount in Zürich. (Archiv)

(Bild: Keystone Martin Ruetschi)

Nach einer Untersuchung wirft der Westschweizer Konsumentenschutz (FRC) vier Detailhändlern Täuschung durch irreführende Aktionen vor. Gegen eines der Unternehmen reichte FRC Klage ein und zeigte drei bei den betreffenden Staatsanwaltschaften an. Die Konsumentenschutzvereinigung nahm die Preise von 350 Artikeln bei den vier grossen Ladenketten unter die Lupe, um sie aufgrund der gesetzlichen Vorgaben zu überprüfen, wie FRC am Dienstag in einem Communiqué mitteilte.

Dabei fanden sich Unregelmässigkeit bei Fust, M-Electronic, Interdiscount und Conforama. Bei Conforama waren die täuschenden Preisangaben derart gravierend, dass die Organisation Klage einreichte. Dabei stützt sie sich auf das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Die übrigen drei Geschäfte verzeigte FRC.

Auch auf der Internetseite

Der FRC-Wirtschaftsspezialist Robin Eymann sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, die Klage gegen Conforama sei in Lausanne eingereicht worden, am Schweizer Sitz des französischen Unternehmens. Die irreführenden Preisangaben seien aber in der ganzen Schweiz vorgekommen und auch auf der Internetseite des Unternehmens.

FRC kritisiert, einige Produkte seien von Juni 2018 bis April 2019 herabgesetzt angeboten worden, ohne dass der Basispreis angeschrieben worden sei. Zudem hätte die Dauer der Aktionsangebote die gesetzlich zulässige Grenze von zwei Monaten massiv überschritten. Andere Angebote hätten falsche Preisangaben aufgewiesen, so etwa «299 statt 399 Franken».

Die FRC-Generalsekretärin Sophie Michaud Gigon zeigte sich schockiert über das Ausmass der Täuschungsmanöver. Die Vereinigung verlangt schärfere Gesetze gegen die schwarzen Schafe im Preiswettbewerb. Die laschen Kontrollen und die lächerlichen Bussen hätten ein Klima der Straflosigkeit geschaffen.

Von der Nachrichtenagentur Keystone-SDA kontaktiert, erklärte die Ladenkette Conforama am Dienstag, sei sei noch nicht offiziell über die Klage von FRC informiert worden. Deshalb gebe sie zum aktuellen Zeitpunkt auch keine Stellungnahme ab.

sep/sda

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