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Keine Kapitalerhöhung für Schmolz+Bickenbach

Der Machtkampf im Stahlkonzern geht weiter: Mit einer Registersperrung beim Handelsregisteramt hat eine Tocherfirma der Schmolz-Erben eine Eintragung der GV-Beschlüsse vom Freitag verunmöglicht.

Mit fast einer Milliarde Franken verschuldet: Sitz von Schmolz+Bickenbach in Emmenbrücke.
Mit fast einer Milliarde Franken verschuldet: Sitz von Schmolz+Bickenbach in Emmenbrücke.
Keystone

Ein Tochterunternehmen der Schmolz+Bickenbach-Erben hat beim Handelsregisteramt Luzern eine Registersperre erwirkt. Damit können keine Eintragungen der GV-Beschlüsse vom Freitag vorgenommen werden. Somit ist auch die Kapitalerhöhung bis auf weiteres verunmöglicht.

Mit der Sperre werde verhindert, dass die ihrer Ansicht nach unrechtmässig zustande gekommenen Beschlüsse der Generalversammlung umgesetzt werden können, teilte die Schmolz+Bickenbach GmbH & CO. KG in einem Communiqué mit.

Grundlage sei die offensichtliche Verletzung des Aktienrechts, da die S+B KG Stimmrechte im Umfang von 20 ihrer gut 40 Prozent nicht habe ausüben können.

Zehntägige Sperre

Das hatte ihr das Handelsgericht des Kantons Zürich zuvor verwehrt. Nach Angaben von S+B KG wurde ihr dabei aber das rechtliche Gehör nicht gewährt. Die Stimmrechtsbeschränkung hatte eine andere Schmolz -Bickenbach-Aktionärin beantragt.

Dass diese Stimmrechtsbeschränkung einen wesentlichen Einfluss auf das knappe Resultat der Abstimmung gehabt habe, sei offensichtlich, schreibt S+B KG.

Die Handelsregistersperre dauere zehn Tage und werde durch ein Gesuch um vorsorgliche Massnahmen automatisch verlängert. Die vom Verwaltungsrat beabsichtigte und von der GV gutgeheissene Kapitalerhöhung könne deshalb bis auf weiteres nicht durchgeführt werden, so die S+B KG weiter.

Langer Machtkampf

Im deutsch-schweizerischen Stahlkonzern Schmolz Bickenbach AG tobt seit längerem ein erbitterter Machtkampf. Die Nachkommen der Gründerfamilie, die S B KG, verlangen zusammen mit der Investmentgesellschaft Renova des russischen Milliardärs Viktor Vekselberg eine Kapitalerhöhung um 434 Millionen Franken. Der Verwaltungsrat und die GV sprachen sich für 330 Millionen Fr. aus.

Am Freitag unmittelbar nach der GV gab Renova bekannt, sie habe 20,46 Prozent der Aktien des Stahlkonzerns gekauft. An Bord geholt hatte Renova die S+B KG. Der Anteil der KG sank damit auf 20 Prozent. Die KG und Renova bilden nun eine Gruppe und müssen den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten.

Wie viel die Gruppe für die Aktien bezahlen will, wird gemäss Mitteilung vom Freitagabend «in Kürze» bekannt gegeben. Gemäss Voranmeldung des Übernahmeangebots wird pro Aktie 2,85 Fr. geboten. Bei Handelsschluss am Freitag lag der Kurs der Aktie bei 2,90 Franken.

Schmolz+Bickenbach steckt tief in den roten Zahlen und ist mit fast einer Milliarde Franken verschuldet. Zudem büsste das Unternehmen Reputation ein, weil Ende 2011 ans Licht kam, dass sich der damalige Verwaltungsratspräsident Michael Storm privat aus der Firmenkasse bedient hatte.

SDA/kpn

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