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Kartellwächter prüfen Apples iPhone-Vertrieb

Die EU-Wettbewerbshüter nehmen Apples iPhone-Verträge mit Mobilfunkfirmen unter die Lupe. Es gibt offenbar Hinweise, dass der Computerriese andere Smartphone-Hersteller auszuschliessen versucht.

Verkaufsschlager: Ein Mann hat in Hamburg ein iPhone gekauft. (Archivbild)
Verkaufsschlager: Ein Mann hat in Hamburg ein iPhone gekauft. (Archivbild)
Keystone

Apple kommt nicht aus dem Blickfeld der Wettbewerbshüter: Nach dem Wirbel um die Steuervermeidungsstrategie des Konzerns schauen sich EU-Kartellwächter jetzt die iPhone-Verträge mit Mobilfunkfirmen an.

Die EU-Wettbewerbshüter nehmen nach Beschwerden von Mobilfunkanbietern die iPhone-Vertriebsgeschäfte von Apple unter die Lupe. Telecomunternehmen bekamen einen 9-seitigen Fragebogen aus Brüssel zugeschickt, wie die «Financial Times» berichtete.

Dabei gehe es unter anderem darum, ob Apple Mindestbestellmengen festschreibe und mindestens genauso hohe Subventionen und Marketingunterstützung wie für Rivalen fordere.

Verträge könnten Konkurrenten ausschliessen

«Die Kommission hat Informationen, die darauf hinweisen, dass Apple und mobile Netzbetreiber Verträge abgeschlossen haben, die potenziell zum Ausschluss anderer Smartphone-Hersteller von den Märkten führen könnten», heisst es in dem der Zeitung vorliegenden Fragebogen.

Zugleich befänden sich die Untersuchungen noch in einer frühen Phase. Die EU-Kommission selbst schränke ein, dass im europäischen Smartphone-Markt ein starker Wettbewerb herrsche – unter anderem Samsung ist sehr stark im Geschäft mit seinen Galaxy-Geräten. Apple selbst beteuere, dass alle Vertriebsverträge den Gesetzen entsprächen.

Technische Hindernisse mit Absicht eingebaut?

Dem Fragebogen zufolge will die Kommission auch wissen, ob Apple auf technische Weise oder in Verträgen den Einsatz des iPhone und der superschnellen 4G-Netze einschränke. Das iPhone 5 als erstes Apple-Telefon mit Unterstützung des 4G-Standards LTE läuft nur in einzelnen dieser Mobilfunknetze in Europa, weil die verwendeten Chips nicht alle hier gängigen LTE-Frequenzen unterstützen.

Vertreter von Mobilfunkanbietern hatten sich immer wieder unzufrieden mit aus ihrer Sicht zu strikten Vertriebsvorgaben von Apple gezeigt. Zugleich war das 2007 gestartete populäre iPhone mit dem dazugehörigen App Store der Wegbereiter für einen massiven Kontrollverlust der Netzbetreiber. Zuvor lag es weitgehend in ihrer Hand, welche Software auf den Geräten lief und zu welchen Konditionen sie verkauft wurden.

SDA/kpn

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