Kampf dem Ticket-Wucher

Es ist ein Problem, das viele Künstler betrifft und ihre Fans teuer zu stehen kommt: Schwarzhandel mit Tickets. Die bayerische Komikerin Monika Gruber verklagt nun die Genfer Firma Viagogo.

Beim Thema Schwarzhandel vergeht «Bambi»-Gewinnerin Monika Gruber das Lachen.

Beim Thema Schwarzhandel vergeht «Bambi»-Gewinnerin Monika Gruber das Lachen.

(Bild: Keystone)

Gerade startet Monika Gruber zu ihrer «Wahnsinn!»-Tour durch deutschsprachige Lande. Während die Bayerin auf der Bühne den ganz normalen Wahnsinn von Brexit über Trump bis hin zu Whatsapp aufs Korn nimmt, reitet sie gegen einen anderen Wahnsinn nicht bloss Lachmuskelattacken: Beim Schwarzhandel mit den Eintrittskarten hört für die Humoristin der Spass auf. Gemeinsam mit ihrem Wiener Kollegen Viktor Gernot klagt Gruber nun beim Landesgericht Linz gegen die Genfer Firma Viagogo AG.

«Der zentrale Vorwurf ist, dass Viagogo im Internet einen Dienst bereitstellt, wo registrierte User den Schwarzmarkt mit Karten bedienen und Viagogo eine hohe Provisionsgebühr dafür erhält», erklärt Grubers Anwalt Johannes Hintermayr.

Für ihren Auftritt in Salzburg zum Beispiel werden Karten um 100 Euro plus 59 Euro Gebühren und Steuern angeboten. Regulär kosten sie 33 bis 63 Euro. Dem weltweit agierenden Unternehmen sei «eine Beteiligung am mutmasslichen Sachwucher vorzuwerfen», steht in der Klage.

Im Visier des Seco

Die Verantwortlichen bei Viagogo stellen ihre Ohren derweil auf Durchzug. «Dort in Genf erwischt man niemanden», sagt Robert Steiner von der Wirtschaftskammer in Linz. Im Impressum auf der Website gibt es zwar eine Adresse, aber keine Telefonnummer. Und an die angegebene ­E-Mail-Adresse gesendete Anfragen blieben bislang unbeantwortet, so Steiner.

Grubers Kollegen verfolgen gespannt den Ausgang des Verfahrens. So auch der Schweizer Humorist Peach Weber. Weber habe zwar «keine Zeit, mich mit dieser Idiotenfirma weiter zu beschäf­tigen», wie er sagt. «Aber ich bin natürlich froh, wenn jemand etwas unternimmt.»

Auch die Schweizer Behörden sind aktiv geworden: Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat beim Handelsgericht Zürich gegen Viagogo geklagt, um mehr Transparenz und Preisklarheit zu erreichen. Das geht Monika Gruber nicht weit genug. In ihrer Klage verlangt sie, dass Viagogo die Karten entweder spesenfrei zurücknimmt oder den Käufern die Differenz zum Einstandspreis erstattet.

Berner Zeitung

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