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Kahlschlag bei den Grossbanken

Europas grösste Banken haben im vergangenen Jahr Tausende Arbeitsplätze gestrichen – eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Wie die meisten grossen europäischen Banken bauten auch UBS und Credit Suisse 2013 Stellen ab: Eine Szene vom Paradeplatz. (Bild: Dominique Meienberg)
Wie die meisten grossen europäischen Banken bauten auch UBS und Credit Suisse 2013 Stellen ab: Eine Szene vom Paradeplatz. (Bild: Dominique Meienberg)

2013 haben die 30 grössten europäischen Kreditinstitute 3,5 Prozent ihrer Stellen - rund 80'000 Jobs - abgebaut. Das geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters hervor, die auf Auswertungen der Geschäftsberichte basieren.

Bei der italienischen UniCredit wurden - in absoluten Zahlen - 2013 am meisten Stellen gestrichen, nämlich 8490. Ein Teil davon gehe allerdings auf die Auslagerung von IT-Funktionen in ein Gemeinschaftsunternehmen zurück, heisst es im Jahresabschluss. Die belgische KBC nannte Verkäufe als Hauptgrund für den Abbau von 7938 Jobs, 22 Prozent der gesamten Belegschaft.

Auch die Schweizer Grossbanken UBS und CS bauten 2013 weltweit erneut massiv Stellen ab. Laut den Geschäftsberichten 2013 ging die Zahl der Mitarbeitenden im vergangenen Jahr bei der UBS um 2423 auf 60'205 und bei der CS um 1400 auf 46'000 zurück.

Finanzkrise kostete mehrere Hunderttausend Jobs

Seit dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise haben die Banken zahlreiche Aktivitäten zurückgefahren, um Kosten zu senken und Risiken zu reduzieren. Insgesamt sind mehrere Hunderttausend Jobs weggefallen.

Das Arbeitsplatzniveau von vor der weltweiten Finanzkrise wird nach Einschätzung von Experten vermutlich nicht mehr erreicht. Schärfere Regulierungen machen viele Bankgeschäfte weniger profitabel. Immer weniger Filialen werden zudem benötigt, weil sich die Gewohnheiten der Kunden ändern und immer mehr Menschen die Internetangebote wahrnehmen. Nur in einigen Spezialgebieten gebe es wieder Einstellungen, insgesamt bleibe die Lage 2014 aber flau, sagt Antoine Morgaut, Europa-Chef des Personalberaters Robert Walters.

Nur Spezialisten gesucht

Das Tempo der Stellenstreichungen hat sich 2013 in etwa halbiert. Viele Banken sind mit ihren Umbaumassnahmen weitgehend durch. Der bevorstehende Stresstest der europäischen Grossbanken durch die Europäische Zentralbank (EZB) könnte jedoch weitere Restrukturierungen nötig machen, weil Kapital fehlt.

Vergangenes Jahr stellten per saldo von den erfassten Instituten nur drei Grossbanken Personal ein - die Deutsche Bank, die britische Barclays und die schwedische Handelsbanken. Zusammen waren es aber nicht einmal 770 Jobs. Zusätzliche Spezialisten werden unter anderem im Kampf gegen Geldwäscherei, bei der Cyber-Sicherheit und in der Risikokontrolle benötigt.

SDA/ldc

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